Ärzte Zeitung, 19.02.2016

Infektionen

Intensivmedizin rettet viele Ebola-Patienten

Mit Intensivmedizin kann bei Ebola-Patienten eine Überlebensrate von 81,5 Prozent erreicht werden.

FRANKFURT / MAIN. Eine Analyse von Erfahrungen mit der Ebola-Therapie in Europa und den USA belegt, dass durch intensivmedizinische Betreuung die Überlebensrate der Patienten sehr deutlich gesteigert werden kann (N Engl J Med 2016; 374:636-646).

In der Auswertung von insgesamt 27 Patienten wurden die klinischen Befunde im Verlauf der Erkrankung detailliert dokumentiert, teilt die Uniklinik Frankfurt mit. Neben der hohen Rate an schweren Diarrhöen und Elektrolytstörungen sei auch der große Anteil an schweren Organstörungen auffällig gewesen. 52 Prozent der Patienten litten unter Hypoxie aufgrund einer Beeinträchtigung der Lunge und 33 Prozent unter Oligo- oder Anurie. 33 Prozent der Patienten benötigten eine Beatmungstherapie, 19 Prozent Nierenersatzverfahren und 81 Prozent eine kalkulierte Antibiotikatherapie. 85 Prozent erhielten noch nicht zugelassene Medikamente.

Die Auswertung zeige, dass durch intensivmedizinische Maßnahmen unter Isolationsbedingen eine Überlebensrate von 81,5 Prozent erreicht werden könne. Nach WHO-Angaben haben beim Ebolaausbruch in den Jahren 2014 und 2015 insgesamt nur rund 60 Prozent die Krankheit überlebt. (eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Top-Meldungen

Wer Bücher liest, lebt länger

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Lesen und Lebenzeit? Das haben jetzt US-Forscher geprüft und sind fündig geworden. Warum leben Bücherleser tendenziell länger als Magazinkonsumenten? mehr »

Können Ärzte Leukämie stoppen?

Leukämiezellen sind abhängig von bestimmten Eiweißproteinen, die ihre Vermehrung steuern. Die Idee von Mainzer Forschern: Diese Proteine durch Genmanipulation inaktivieren. mehr »

Keinerlei Erwartung an Terminservicestellen

Die Terminservicestellen sind sechs Monate nach ihrem Start bei der Bevölkerung zwar bekannt. Doch über die Hälfte der Versicherten rechnet nicht damit, dass der Terminservice Wartezeiten tatsächlich verkürzt. mehr »