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Harnwegsinfekt

Cranberry-Saft beugt doch nicht vor

Wer täglich Cranberry-Saft trinkt, kann damit Harnwegsinfekte nicht verhindern. Das haben Forscher in einem Cochrane-Review festgestellt. Sie sehen das Ergebnis eines alten Cochrane-Reviews widerlegt.

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Laut der Wissenschaftler hatte Cranberry-Saft in keiner der untersuchten Gruppen einen überzeugenden Nutzen, wenn es darum ging, einen Harninfekt vorzubeugen.

Laut der Wissenschaftler hatte Cranberry-Saft in keiner der untersuchten Gruppen einen überzeugenden Nutzen, wenn es darum ging, einen Harninfekt vorzubeugen.

© JuNiArt / imago

STIRLING (rb). Ein weiteres Mal haben sich Forscher in einem Cochrane-Review den Wirkungen von Cranberrys gegen Harnwegsinfektionen (HWI) gewidmet. Ihr Urteil fällt negativ aus.

Noch vor vier Jahren hatte es in einem vorläufigen Cochrane-Review noch nach einem geringen Nutzen von Cranberry-Saft bei Frauen mit rezidivierenden HWI ausgesehen.

Seither sind 14 weitere Studien mit dem Beerensaft veröffentlicht und analysiert worden (Cochrane Database Syst Rev 2012, online 17. Oktober).

Das Fazit der Studienleiterin Dr. Ruth Jepsen von der University of Stirling in Schottland: "Jetzt legen die Ergebnisse nahe, dass Cranberry-Saft sogar noch weniger vorbeugende Wirkung gegen Harnwegsinfekte hat als im Update davor."

Hohe Quote an Therapieabbrüchen

In keiner der untersuchten Gruppen konnte ein überzeugender Nutzen im Vergleich zu Placebo, Antibiotika, Laktobazillen oder keiner Kontrolltherapie nachgewiesen werden.

Zu den insgesamt 4473 Probanden in 24 Studien gehörten, außer den Frauen mit wiederkehrenden HWI, weitere Risikogruppen: ältere Frauen und Männer, katheterisierte Patienten, Schwangere, Patienten mit Anomalien des Harntrakts und Kinder, die einen ersten oder rezidivierenden Infekt erlitten hatten.

Außer Saft waren auch andere Produkte wie Tabletten und Kapseln getestet worden. Die Einnahmedauer betrug jeweils mindestens einen Monat.

Allenfalls bei Frauen mit rezidivierenden HWI ließ sich ein Trend erkennen, der einen Vorteil der Cranberry-Zubereitungen nahelegt. Das Ergebnis war allerdings statistisch nicht signifikant.

Bemerkenswert war unter anderem die Quote der Therapieabbrüche, die in manchen Studien 55 Prozent erreichte. Das betraf besonders den Saft der Beeren, von dem teilweise ein Liter pro Tag zu trinken war.

Weitere Studien sollten nicht unternommen werden

"Kapseln oder Tabletten könnten die Compliance vielleicht verbessern", schreiben Jepsen und Kollegen. Für diese Formen der Zubereitung lägen aber nur wenige Studiendaten zur Wirkstoffmenge vor.

"Solche Cranberry-Produkte können daher nicht für die HWI-Prävention empfohlen werden", heißt es weiter.

Weitere Studien zu dem Thema sollten nicht mehr unternommen werden, meinen die Wissenschaftler, es sei denn, es sprächen starke Gründe dafür.

Allenfalls Kapseln und Tabletten seien lohnende Studienobjekte, aber auch sie nur bei Frauen mit rezidivierenden HWI.

Die Präparate müssten aber mindestens eine tägliche Zufuhr von 36 mg an Proanthocyanidinen gewährleisten.

Quelle: www.springermedizin.de

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