Deutlich weniger Leberkrebs durch Virostatikum

TAIPEH (ple). Patienten mit chronischer Hepatitis B, die bereits eine histologisch gesicherte Zirrhose oder Fibrose haben, profitieren deutlich von einer Therapie mit dem Virostatikum Lamivudin. Das Mittel kann das Fortschreiten der Viruserkrankung verzögern.

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In Deutschland sind etwa 500 000 Menschen mit Hepatitis-B-Viren (HBV) infiziert. In einer großen randomisierten und placebokontrollierten Studie ließ sich jetzt durch die tägliche Einnahme von Lamivudin die Zahl der Patienten, die die Studienendpunkte erreichten, auf 7,8 Prozent senken.

In der Placebogruppe lag die Zahl bei fast 18 Prozent. Primärer Endpunkt der Studie war die Zeit bis zum Fortschreiten der Hepatitis. Weil der Unterschied im Therapieerfolg zwischen den beiden Gruppen signifikant war, wurde die Studie bereits nach im Mittel 32 Monaten abgebrochen (NEJM 351, 2004, 1521). Angelegt war die Studie mit 651 Patienten auf maximal fünf Jahre.

Die bremsende Wirkung des medikaments auf das Fortschreiten der Erkrankung wurde daran erkannt, daß es seltener zur Leberdekompensation kam und Ösophagusvarizen weniger häufig auftraten. Vor allem entwickelte sich seltener ein hepatozelluläres Karzinom.

Wie Gastroenterologen um Dr. Yun-Fan Liaw aus Taipeh in Taiwan in Zusammenarbeit mit australischen und britischen Wissenschaftlern herausgefunden haben, lag die Leberkrebs-Rate in der Verumgruppe bei nur 3,9 Prozent, in der Placebogruppe dagegen fast doppelt so hoch bei 7,4 Prozent.

In der Studie entstanden bei fast jedem zweiten Patienten der Verumgruppe resistente Viren. Da es mit anderen Virostatika keine Kreuzresistenz gibt, kann bei einer Resistenzentwicklung auf das Virostatikum Adefovir gewechselt werden.

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