Ärzte Zeitung, 14.09.2005

Hepatitis-C-Therapie: Unerwünschte Wirkungen machen vielen zu schaffen

Während der Behandlung sollte der Arzt durchgängig erreichbar sein

LEIPZIG (scho). Die Therapie bei chronischer Hepatitis C, bestehend aus pegyliertem Interferon- und Ribavirin, ist mittlerweile fest etabliert. Die unerwünschten Wirkungen machen jedoch vielen Patienten zu schaffen. Wie diese angegangen werden können, erläuterte Dr. Ingolf Schiefke von der Universitätsklinik Leipzig auf einem Patientenforum in Leipzig.

Patienten müssen ausführlich über die Chancen einer Heilung und die unerwünschten Wirkungen der Therapie, etwa bei Hepatitis C, aufklärt werden. Foto: klaro

Etwa ein Viertel aller Patienten entwickelt im Laufe der Therapie eine Depression. Hinzu kommen bei einem weiteren Viertel andere psychiatrische Beschwerden wie Angst, Schlaflosigkeit, Reizbarkeit und Konzentrationsschwäche. Häufig sind auch grippeähnliche Symptome und eine Rötung an der Injektionsstelle, wie Schiefke bei der von der Falk Foundation unterstützten Veranstaltung berichtet hat.

Bereits im Vorfeld der Therapie kann der Arzt jedoch die Compliance des Patienten fördern und so einem Therapieabbruch frühzeitig vorbeugen. Er sollte seine Patienten ausführlich über die Chancen einer Heilung und die Nebenwirkungen der Therapie aufklären.

Hier ist es sinnvoll, auch die Angehörigen mit einzubeziehen, damit sie das nötige Verständnis für den Erkrankten aufbringen und ihn bestmöglich unterstützen können. Oft ist es auch hilfreich, die Arbeitskollegen über die Therapie und ihre möglichen Begleiterscheinungen zu informieren.

Während der Therapie sollte der behandelnde Arzt für den Patienten durchgängig erreichbar sein. Ebenso sollte eine kurzfristige Terminvergabe bei Problemen möglich sein.

Denn allein 41 Prozent der Patienten berichten über Kommunikationsprobleme mit ihrem Arzt, was auch ein wesentlicher Grund für den Abbruch der Behandlung ist. Motivierend ist für viele Patienten die Demonstration der Untersuchungsbefunde. Eine gesunkene Virusmenge im Blut läßt unerwünschte Wirkungen der Therapie gleich viel besser ertragen.

Bei einer klinisch manifesten Depression sollte jedoch nicht gezögert werden, Serotonin-Wiederaufnahmehemmer zu verschreiben, so Schiefke. Ebenso empfiehlt er vor der Interferon-Gabe Paracetamol zu verabreichen, um so den grippeähnlichen Wirkungen vorzubeugen.

Bei Anämie kann mit Erythropoetin behandelt werden. Bei einer Niereninsuffizienz muß die Ribavirin-Dosis gesenkt werden. Mit diesen Maßnahmen können Nebenwirkungen in der Regel beherrscht werden.

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