Ärzte Zeitung, 23.11.2005

Tausende neue Infektionen mit Hepatitis-Viren

BERLIN (dpa). In Deutschland stecken sich jedes Jahr weiterhin mehrere tausend Menschen mit Hepatitis-Erregern an.

Für das Jahr 2004 wurden für Hepatitis C etwa 9000 Erstdiagnosen registriert, hat das Robert-Koch-Institut (RKI) mitgeteilt. Außerdem wurden im Jahr 2004 etwa 2750 Patienten mit einer akuten Hepatitis B-Erkrankungen gemeldet. Für beide Hepatitis-Formen werde geschätzt, daß bundesweit jeweils 400  000 bis 500 000 Menschen chronisch infiziert sind.

Ursache für die Infektionen mit Hepatitis C sei am häufigsten intravenöser Drogenkonsum gewesen. Mit Hepatitis B steckten sich Patienten insbesondere durch ungeschützten Geschlechtsverkehr an. Ob sich die Betroffenen in Deutschland oder im Ausland mit den Hepatitis-Viren infiziert hatten, wurde für die Statistik nicht ermittelt.

Zum Schutz vor einer Hepatitis B-Infektion wird allgemein für Säuglinge, Kinder und Jugendliche eine Impfung empfohlen. Weltweit seien rund 300 bis 420 Millionen Menschen chronisch mit dem Hepatitis B-Virus infiziert.

Kontakt mit dem Hepatitis C-Virus haben weltweit rund 170 Millionen Menschen gehabt. Bei einer chronischen Hepatitis B-Infektion können Spätfolgen wie hepatozelluläres Karzinom auftreten.

Die insgesamt gestiegene Zahl von Neuinfektionen führt das RKI auf eine neuere Form der Erfassung und Auswertung der Hepatitis-Infektionen in Deutschland zurück.

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