Ärzte Zeitung, 19.07.2006

Neue Therapie-Option bei Hepatitis B

Entecavir war in Studien einer Standardtherapie mit Lamivudin überlegen

MÜNCHEN (wst). Zur Langzeittherapie bei chronischer Hepatitis B ist das Nukleosidanalogon Entecavir in der EU zugelassen worden. Das Mittel hemmt die Virusreplikation effektiv. Resistente Viren sind in Studien bei alleiniger Entecavir-Therapie nicht aufgetreten.

Das Nukleosidanalogon von Bristol-Myers Squibb soll unter dem Handelsnamen Baraclude® ab der zweiten Augustwoche verfügbar sein.

Indiziert ist das Medikament zur antiviralen Langzeitbehandlung von Erwachsenen mit HBeAg-positiver oder HBeAg-negativer chronischer Hepatitis-B-Infektion mit kompensierter Lebererkrankung und nachgewiesener aktiver Virusreplikation, bei dauerhaft erhöhter Transaminasen-Konzentrationen im Blut und bei histologischem Befund einer aktiven Leberentzündung oder Fibrose.

    In zwei Jahren Therapie gab es keine Resistenzen gegen Entecavir.
   

Die Überlegenheit von Entecavir im Vergleich zu einer Standardtherapie mit Lamivudin wurde sowohl bei HBeAg-negativer als auch bei HBeAg-positiver Hepatitis B belegt. In der weltweiten BEHoLD-Studie wurden 715 HBeAg-positive Patienten und 648 HBeAg-negative Patienten behandelt (wir berichteten).

Das Akronym steht für Benefits of Entecavir for Hepatitis B Liver Disease. Die Patienten erhielten nach dem Zufallsprinzip täglich 0,5 mg Entecavir oder 100 mg Lamivudin, wie Professor Michael P. Manns aus Hannover bei einer Pressekonferenz zur Einführung des Medikaments in München berichtet hat.

Im Verlauf von 96 Wochen wurde unter Entecavir bei 80 Prozent der HBeAg-positiven Patienten ein Abfall der Viruslast unter die Nachweisgrenze erzielt. Mit Lamivudin gelang das bei 39 Prozent. Bei HBeAg-negativen waren es 94 Prozent unter Entecavir und 77 Prozent unter Lamivudin. Resistenzen gegen Entecavir sind bei Patienten, die von Anfang an damit behandelt wurden, nicht aufgetreten, sagte Manns.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »