Behandlung bei chronischer Hepatitis C wird individueller

MÜNCHEN (wst). Die belastende Therapie bei Hepatitis C mit pegyliertem Interferon und Ribavirin kann unter bestimmten Bedingungen verkürzt werden. Patienten, die verzögert auf die Behandlung ansprechen, könnte jedoch eine verlängerte Therapie nützen.

Veröffentlicht:

Patienten mit Hepatitis C erhalten als Standardtherapie eine einmal wöchentliche subkutane Injektion von pegyliertem Interferon (etwa PegIntron®) in Kombination mit täglich oral einzunehmendem Ribavirin (etwa Rebetol®). Mit dem Hepatitis-C-Virus vom Genotyp 1 (HCV-1) Infizierte werden dabei üblicherweise über 48 Wochen behandelt.

In Studien sind mit dieser Therapie Heilungsraten von 42 bis 52 Prozent erzielt worden. Das hat Professor Reinhard Zachoval auf einer von der Falk Foundation und Essex Pharma unterstützten Veranstaltung in München berichtet.

Bei Infektion mit den selteneren HCV-Genotypen 2 oder 3 reiche eine 24wöchige Kombitherapie aus. Die Heilungsraten lägen bei diesen Patienten zwischen 76 und 84 Prozent, so Zachoval.

Bei Patienten mit HCV-1-Infektion kann eine 24wöchige Therapie unter folgenden Bedingungen ausreichen:

  • Der Patient hat keine Zirrhose,
  • die HVC-RNA-Konzentration im Serum liegt bei Therapiebeginn unter 800 000 IU/ml und
  • nach vierwöchiger Therapie ist die HCV-RNA im Blut unter die Nachweisgrenze von 10 IU/ml gefallen.

Patienten mit Genotyp 1 und verzögerter Therapie-Ansprache profitieren eventuell von einer Verlängerung der Therapie auf 72 Wochen, und zwar bei folgenden Kriterien:

  • Bis zur zwölften Behandlungswoche ist die HCV-RNA-Konzentration auf mindestens ein Prozent des Ausgangswertes reduziert worden und
  • nach 24wöchiger Therapie ist die HCV-RNA-Konzentration unter 10 IU/ml gefallen.

Der Nutzen der verlängerten Therapie müsse durch prospektive Studien abgesichert werden, so Zachoval.

Bei chronischer Infektion mit dem HCV-Genotyp 2 oder 3 reicht neuen Daten zufolge sogar eine 16wöchige Therapie aus, wenn bereits nach vier Wochen die Viruskonzentration im Blut auf unter 10 IU/ml gefallen ist.

Ihr Newsletter zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Abb. 2: ADA und nAb unter AVT05 und Referenz-Golimumab bis Woche 16

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Colitis ulcerosa

Das erste Golimumab-Biosimilar erweitert die Therapieoption bei entzündlichen Erkrankungen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Abb. 2: Infusionsschema der REGENCY-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Neue Therapieoption bei Lupus-Nephritis verfügbar

Obinutuzumab verbessert Nierenoutcomes bei Lupus-Nephritis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Pharma AG, Grenzach-Wyhlen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Review

RAS-Blocker präoperativ eher nicht absetzen?

Ergänzung zu Antibiotika?

Mit intravaginaler Ascorbinsäure gegen bakterielle Vaginose

Lesetipps
Eine Krankenschwester misst die Temperatur einer älteren Frau mit einem berührungslosen Infrarot-Thermometer.

© amnaj - stock.adobe.com

Bei Senioren

Hypothermie bei Sepsis – ein Warnsignal!

Ein Mann schwimmt in einem Schwimmbecken.

© TeamDF / stock.adobe.com

Umbrella-Review

Welcher Sport bei Depression und Angststörung am besten hilft