Ärzte Zeitung, 11.02.2010

Autochthone Infektionen mit dem Hepatitis-E-Erreger

BERLIN (sir). Mit dem Erreger der Hepatitis E infiziert man sich nicht nur in Ländern Asiens, Afrikas oder Mittelamerikas. Selbst wer Deutschland niemals verlassen hat, kann an Hepatitis E erkranken, auch und gerade abseits der Großstadt.

Das ergab eine aktuelle Studie, die beim Internisten Update in Berlin von Professor Wolfgang Fleig aus Leipzig vorgestellt wurde. Demnach wurden in der Zeit von Mai 2006 bis August 2007 in einem Routine-Überwachungssystem insgesamt 96 Patienten mit Hepatitis E gemeldet. Von den 66 auswertbaren Fallgeschichten hatten zwei Drittel der Patienten, also 45 Personen, eine autochthone Infektion mit dem Virus. Bei der Genotypisierung wurden bei den Infizierten durchweg die Subtypen 3 oder 4 gefunden.

Intensive Nachforschungen mit der Erfassung aller Begleitumstände der Fallgeschichten brachten schließlich eine mögliche Ursache der vermehrten Hepatitis-E-Infektionen auf dem Lande ans Licht: Diese traten gehäuft nach Genuss von Wild, vor allem Wildschwein, aber auch von Innereien auf, besonders wenn diese nicht gut durchgegart waren.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Metastasen

Immer mehr Männer mit Prostatakrebs in den USA haben schon bei der Diagnose Metastasen. Ihr Anteil hat sich fast verdoppelt. Auch die Inzidenz solcher Tumoren nimmt zu. mehr »

Deutsches Defizit

Diabetes-Prävention, Strategien gegen Polypharmazie, digitale Versorgungsangebote: Neue Initiativen gibt es zuhauf. Doch Patienten müssen davon wissen. Genauo daran hapert es aber. mehr »

"Einfache Ersttherapie ist für fast alle Patienten möglich"

Die antiretrovirale Therapie ist bei neu diagnostizierter HIV-Infektion stets angezeigt, und zwar unabhängig vom Stadium der Infektion oder der Helferzellzahl. mehr »