HCV-Therapie

Erfolg bei Suchtkranken

Eine Hepatitis-C-Therapie lohnt auch bei Betroffenen mit Suchterkrankungen. Wirksamkeit und Adhärenz sind vergleichbar mit anderen Patientenpopulationen.

Von Martina Freyer Veröffentlicht:

MÜNCHEN. Auf dem Weg zur Elimination der Hepatitis C sind Suchtpatienten eine wichtige Zielgruppe, da die meisten Neudiagnosen auf sie entfallen. In der Population mit intravenösem Drogenkonsum (PWID) werden rund 80 Prozent aller Neudiagnosen mit bekanntem Übertragungsweg verzeichnet, berichtete Dr. Stefan Christensen, CIM Centrum für interdisziplinäre Medizin in Münster.

In der HCV-Therapie gibt es immer weniger Genotypen und Erkrankungsstadien mit schlechter Prognose. Durch vereinfachte Regime mit immer weniger Tabletten und ribavirinfreien Optionen fallen Therapiebarrieren. Auch bei bisher schwer zu behandelnden Patienten, wie in der Gruppe der vortherapierten Zirrhose-Patienten mit Genotyp-3-Infektion, kann mit dem Single-Tablet-Regime mit Sofosbuvir/Velpatasvir (als Fixkombination Epclusa® erhältlich) eine Heilungsrate von 89 Prozent erzielt werden (versus 58 Prozent unter Sofosbuvir plus Ribavirin: 58 Prozent).

Mit der Möglichkeit, auch Patienten unter Substitution zu behandeln, kann man immer mehr Menschen für eine Behandlung erreichen. "Und wenn viele Patienten behandelbar sind, sinkt zwangsläufig auch die Zahl der Neuinfektionen", betonte Christensen bei einer von Gilead unterstützten Veranstaltung in München.

Er plädierte für eine Behandlung der Suchtpatienten: "Das ideale Setting für eine HCV-Therapie bei intravenösem Drogenkonsum ist die stabile Substitution." In einer retrospektiven Analyse der ASTRAL-Studien 1, 2 und 3 wurde die Wirksamkeit von Sofosbuvir/Velpatasvir bei Patienten mit einer Infektion der Genotypen 1 bis 4 mit (n = 51) und ohne (n = 984) Substitution verglichen.

Die SVR12-Raten (virologisches Ansprechen über 12 Wochen) betrugen 96 Prozent bei Patienten unter Substitution und 98 Prozent in der Gruppe ohne Substitution.

Dass Patienten unter Substitution vergleichbare Heilungschancen wie Patienten ohne Substitution haben, bestätigt auch eine Analyse der Phase-III-Studien ION-1, -2 und -3 mit Sofosbuvir/Velpatasvir. Damit habe man effektive Therapien zur Hand, um eine HCV-Infektion bei Patienten unter Substitution gut zu behandeln, so Christensen. Wichtig sei es dabei, auf die Adhärenz zu achten und Maßnahmen gegen eine Reinfektion zu treffen.

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