So bekämpft man Lippenherpes richtig

Wenn das Kribbeln an der Lippe einsetzt und den Lippenherpes ankündigt, sollte schnell eine Salbe aufgetragen werden. Doch im Kampf gegen die Herpesviren gibt es noch mehr zu beachten.

Veröffentlicht:
Bei Lippenherpes empfiehlt es sich, die Creme mit einem Wattestäbchen aufzutragen.

Bei Lippenherpes empfiehlt es sich, die Creme mit einem Wattestäbchen aufzutragen.

© Lipsky / shutterstock

Meist verheilt ein Herpes labialis nach wenigen Tagen problemlos und ohne Narbenbildung - vor allem wenn frühzeitig Therapeutika aufgetragen werden.

Doch sowohl beim Auftragen als auch während der Erkrankungsphase sollten Patienten zu ihrer Sicherheit und der von anderen Familienmitgliedern ein paar Hinweise an die Hand gegeben werden. Das kann in der Praxis gut mit einem kleinen Infoblatt geschehen. Wichtig ist vor allem:

Bläschen möglichst nicht mit den Fingern berühren. Salbe daher am besten mit Wattestäbchen auftragen oder anschließend Hände waschen.

Beim Gesichtwaschen: erst die Augen, dann den Rest reinigen, um eine Virusübertragung ins Auge zu vermeiden. Abtrocknen am besten mit Einmalhandtüchern.

Zum Schutz der Augen kann Kontaktlinsenträgern während der Bläschenphase zum Tragen einer Brille geraten werden. So muss nicht mit den Händen, an denen Herpesviren haften können, direkt an die Augen gefahren werden.

Um Reinfektionen zu vermeiden: Zahnbürste nach der Infektion wechseln, ebenso während der Infektion genutzte Lippenpflegestifte.

Lippen möglichst geschmeidig halten, um ein erneutes Aufreißen der Kruste zu vermeiden (etwa mit Dexpanthenol Augen-/Nasencreme).

Abwehrkräfte stärken vor allem bei häufigen Herpes-Effloreszenzen (Sauna, regelmäßiger, moderater Sport, vitaminreiche Ernährung, evtl. Nahrungsergänzungsmittel)

Regelmäßiger UV-Schutz der Lippen (LSF mindestens 20)

Zum Schutz von Familienmitgliedern: Besteck, Handtücher etc. nicht gemeinsam benutzen, gerade bei Kleinkindern/Säuglingen auf Küsschen verzichten

Ärzte sollten Patienten darauf hinweisen, auf Selbstmedikation zu verzichten

Wichtig ist auch, Patienten darauf hinzuweisen, wann sie auf eine (weitere) Selbstmedikation verzichten sollten. Das ist etwa der Fall, wenn:

- es zu einer ausgeprägten Bläschenbildung und ungewohnt heftigen Lokalreaktionen mit Schwellung, Rötung oder sogar eitrigen Hautreaktionen kommt.

- eine multilokuläre Ausprägung etwa an Kinn und Nase oder ein Infektionsherd nahe am Auge vorliegt.

- sich nach etwa einer Woche trotz Anwendung eines Virustatikums keine deutliche Besserung zeigt.

- die Herpesbläschen häufiger als sechsmal pro Jahr auftreten.

- besondere Risikogruppen erkrankt sind. Dazu gehören etwa Schwangere und Stillende, da es zur gefährlichen Übertragung auf das Kind kommen kann, sowie immungeschwächte Patienten, etwa mit HIV. (run)

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Für Menschen ab 60 Jahren sind die Impfungen gegen Influenza, Corona, Pneumokokken und Herpes zoster (beide nicht im Bild) Standard-Impfungen. Für Menschen ab 75 Jahren kommt die RSV-Impfung hinzu.

© angellodeco / stock.adobe.com

Respiratorisches Synzytial Virus

STIKO: Alle Menschen ab 75 gegen RSV impfen!

Blickdiagnose: klinisches Bild mit typischen Effloreszenzen bei Herpes zoster.

© Mumemories / Getty Images / iStock

Zoster-Impfung

Schutz vor Herpes zoster und Rezidiven

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

NutriNet-Santé-Studie

Viel Konservierungsstoffe in der Nahrung – erhöhtes Krebsrisiko?

Datenanalyse

Demenzschutz durch Zosterimpfung: Studie liefert erneut Hinweise

Lesetipps
Ein Hausarzt lädt in seiner Praxis Dokumente in eine elektronische Patientenakte „ePA“.

© Daniel Karmann/dpa

Neue Funktion

E-Patientenakte: Volltextsuche für Ärzte geplant

So bitte nicht! Leichter kann man es Hackern kaum machen.

© Oleksandr Latkun/imageBROKER/picture alliance

Update

Datenschutz

Tipps: Darauf sollten Praxisteams bei Passwörtern achten