Direkt zum Inhaltsbereich

Trotz greifbarer Eradikation von Polioviren bleibt Impfschutz wichtig

MÜNCHEN (wst). Die weltweite Eradikation von Polioviren ist in greifbare Nähe gerückt. Gelingen kann sie nur, wenn weiter konsequent gegen Polio geimpft wird. Denn auch aus entlegenen Ländern können die Viren jederzeit wieder nach Deutschland eingeschleppt werden. Der Schutz läßt sich dabei jetzt besonders bequem mit einer neuen Vierfachvakzine auffrischen.

Veröffentlicht:

Die ab einem Alter von vier Jahren zugelassene Kombivakzine Boostrix® Polio enthält alle für Kinder und Jugendliche ab neun Jahren empfohlenen Auffrischimpfungen, und zwar gegen Diphterie, Tetanus, Pertussis und Polio.

Bei der Einführung des Impfstoffs hat Professor Adolf Windorfer vom Landesgesundheitsamt Niedersachsen in Hannover über die Fortschritte bei der von der WHO angestrebten weltweiten Eradikation der Polioviren berichtet. Nach seinen Angaben waren 1988 weltweit noch etwa 350 000 Menschen an Poliomyelitis neu erkrankt, 2003 wurden hingegen nur noch 748 registriert.

Obwohl in Deutschland letztmals 1990 ein Patient mit einer Polioinfektion registriert worden war, ist ein konsequenter Impfschutz weiter wichtig, betonte Windorfer. Denn es gibt in Ländern Afrikas und Asiens weiter Restbeständen von Wildviren. Und auch rückmutierte Impfviren können aus Ländern, wo noch Lebendimpfstoffe verwendet werden, in heute poliofreie Länder eingeschleppt werden, sobald dort kein ausreichender Impfschutz gewährleistet ist, warnte der Impfexperte bei einer Veranstaltung des Unternehmens GlaxoSmithKline in München.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt daher jedem Menschen in Deutschland eine komplette Grundimmunisierung gegen Polio mit drei Impfungen und mindestens eine Auffrischungsimpfung. Wer in Länder reist, in denen noch mit Polio zu rechnen ist oder wo noch Lebendimpfstoffe verwendet werden, sollte zudem seinen Schutz auffrischen, wenn die letzte Impfung mehr als zehn Jahre zurückliegt.

Bei einem Polio-Totimpfstoff, wie er auch in der neuen Vakzine enthalten ist, besteht kein Risiko einer Impfpoliomyelitis.

Mehr zum Thema

Ärzte können Fortbildungspunkte sammeln

Bayerische Impfwoche richtet Fokus auf HPV

Das könnte Sie auch interessieren
Grippeimpfung bei Diabetes: Risiko für Folgen senken

© AzmanJaka | Getty Images

Impflücken bei Chronikern

Grippeimpfung bei Diabetes: Risiko für Folgen senken

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Die vergessene Reiseimpfung

© Milo Zanecchia | Getty Images

Impfen in der Praxis

Die vergessene Reiseimpfung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Hohe Verantwortung, moderate Impfquote

© FatCamera | Getty Images (Symbolbild mit Fotomodellen)

Impfstatus Klinikpersonal

Hohe Verantwortung, moderate Impfquote

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Studien CLIMB THAL-111 und -131: Veränderung des Gesamt-Hb-Werts und des HbF-Werts nach Exa-cel-Infusion bei TDT-Patientinnen und -Patienten (Quelle: Locatelli F et al., European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) 2026, Madrid, Spanien, Abstract GS2-5)

© Springer Medizin Verlag

Neue Perspektiven bei Hämoglobinopathien

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Vertex Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Entzündung

Endokarditis-Prophylaxe: Worauf achten und bei wem?

Lesetipps
Ein Fußballspieler hält sich seinen Knöchel, ein Helfer assistiert ihm.

© massimhokuto / stock.adobe.com

Orthese selten nötig

Das ist bei Sprunggelenksverletzungen zu beachten

Eine Frau sitzt auf dem Bett und hält sich eine Wärmflasche auf den Bauch.

© Halfpoint / stock.adobe.com

Schmerzen verhindern

Das sind die aktuellen medikamentösen Ansätze bei Endometriose

Im Versorgungsalltag sollten nur zertifizierte und getestete KI-Tools verwendet werden.

© Suriyo / stock.adobe.com

Künstliche Intelligenz

Ihre Schritte für den sicheren KI-Einsatz im Praxisalltag