Ärzte Zeitung, 03.08.2004

Keine Epilepsie-Gefahr durch MMR-Impfung

Studie mit mehr als 500 000 Kindern / Fieberkrämpfe

AARHUS (eis). Eine seltene Komplikation der Masern-Mumps-Röteln (MMR)-Impfung sind Fieberkrämpfe. Die Komplikation hat aber offenbar keine Langzeitfolgen wie Epilepsie.

Auch Kinder, die zu Fieberkrämpfen neigen, sollten gegen Masern, Mumps und Röteln geimpft werden, empfehlen Kinderärzte. Foto: dpa

Das hat jetzt eine große dänische Studie ergeben, in der die Gesundheitsdaten von 537 171 Kindern analysiert wurden. 82 Prozent waren gegen MMR geimpft. Von 1991 bis 1999 wurden bei allen Kindern knapp 18 000 Fieberkrämpfe registriert, davon 973 binnen zwei Wochen nach einer MMR-Impfung.

Die Fieberkrampf-Rate nach Impfung war leicht erhöht: 2,46 Episoden pro 1000 Kinder binnen 14 Tage nach Impfung im Vergleich zu 0,9 pro 1000 Ungeimpfte binnen 14 Tagen. Es gab aber keine Unterschiede bei den Epilepsie-Raten zwischen Ungeimpften und Geimpften (JAMA 292, 2004, 351).

"Auch bei Kindern, die schon Fieberkrämpfe hatten oder bei denen Krämpfe in der Familie aufgetreten sind, ist die MMR-Impfung unbedingt zu empfehlen", sagte Professor Burghard Stück aus Berlin zur "Ärzte Zeitung". Bei Masern selbst komme es nämlich bereits im Prodromalstadium häufig zu hohem Fieber.

Eltern sollten bei anfälligen Kindern vom 7. bis 12. Tag nach MMR-Impfung auf Temperaturerhöhung achten und gegebenenfalls schnell Antipyretika geben. Bei Totimpfstoffen empfiehlt der Berliner Kinderarzt anfälligen Kindern direkt nach der Impfung sowie vier und acht Stunden danach ein Antipyretikum.

 

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