Ärzte Zeitung, 22.10.2004

Für Langzeitschutz gegen Diphtherie sind oft zwei Booster nötig

Bei unvollständiger Impfserie reicht ein Booster nicht

WUPPERTAL (eis). Viele Erwachsene in Deutschland sind in der Kindheit nicht vollständig gegen Diphtherie geimpft worden und haben seither keine Auffrischimpfungen bekommen. Für einen Langzeitschutz reicht hier ein einziger Booster häufig nicht aus, wie Forscher aus Wuppertal herausgefunden haben.

Jede Impfung zählt, sagt die Ständige Impfkommission (STIKO). Auch nach Jahrzehnten könne eine einmal begonnene Impfserie weitergeführt und abgeschlossen werden. Bei Diphtherie ist das nicht richtig, sagt Dr. Hans-Martin Hasselhorn von der Abteilung Arbeitsmedizin der Universität Wuppertal. Er und seine Kollegen haben die Immunreaktion bei 21 Erwachsenen auf eine Diphtherie-Auffrischimpfung untersucht (Infection 32, 2004, 282).

Die Probanden hatten vor 21 bis 49 Jahren nur zwei der drei erforderlichen Impfungen erhalten und waren seither nicht mehr geimpft worden. Ergebnis: Nur neun der Probanden (43 Prozent) erreichten nach dem Booster einen ausreichenden Langzeitschutz (Antitoxinspiegel größer 1 IU).

Um den von der STIKO geforderten Zehnjahresschutz zu bekommen, rät Hasselhorn bei dieser Konstellation zu zwei Diphtherie-Boostern im Abstand von möglichst sechs Monaten. Mit Daten von 179 Probanden konnte er zeigen, daß damit bei 77 Prozent ein Langzeitschutz erzielt wird. Vor allem vor Reisen in Endemiegebiete wie Osteuropa sollten Patienten zweimal geimpft werden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Luftschadstoffe beeinträchtigen viele Organsysteme

Die Lunge gilt zwar als Eintrittspforte für Schadstoffe aus der Luft, kurz- und langfristige Gesundheitsschäden scheinen jedoch vor allem im Herzkreislaufsystem aufzutreten. mehr »

Kompromiss im Tauschhandel?

18:31 Kaum verkündet, war der Kompromiss zur Pflegeausbildung auch schon wieder vom Tisch. Doch jetzt soll der Koalitionsausschuss eine Einigung bringen. Offenbar bahnt sich ein Handel zwischen CDU und SPD an. mehr »

Für die Union ist Substitution von Ärzten kein Tabu

Nichtärztliche Gesundheitsberufe sollen stärker in die Versorgung eingebunden werden, fordert die Union. Ärztepräsident Montgomery benennt die Fallstricke für solche Pläne. mehr »