Direkt zum Inhaltsbereich

Für Langzeitschutz gegen Diphtherie sind oft zwei Booster nötig

WUPPERTAL (eis). Viele Erwachsene in Deutschland sind in der Kindheit nicht vollständig gegen Diphtherie geimpft worden und haben seither keine Auffrischimpfungen bekommen. Für einen Langzeitschutz reicht hier ein einziger Booster häufig nicht aus, wie Forscher aus Wuppertal herausgefunden haben.

Veröffentlicht:

Jede Impfung zählt, sagt die Ständige Impfkommission (STIKO). Auch nach Jahrzehnten könne eine einmal begonnene Impfserie weitergeführt und abgeschlossen werden. Bei Diphtherie ist das nicht richtig, sagt Dr. Hans-Martin Hasselhorn von der Abteilung Arbeitsmedizin der Universität Wuppertal. Er und seine Kollegen haben die Immunreaktion bei 21 Erwachsenen auf eine Diphtherie-Auffrischimpfung untersucht (Infection 32, 2004, 282).

Die Probanden hatten vor 21 bis 49 Jahren nur zwei der drei erforderlichen Impfungen erhalten und waren seither nicht mehr geimpft worden. Ergebnis: Nur neun der Probanden (43 Prozent) erreichten nach dem Booster einen ausreichenden Langzeitschutz (Antitoxinspiegel größer 1 IU).

Um den von der STIKO geforderten Zehnjahresschutz zu bekommen, rät Hasselhorn bei dieser Konstellation zu zwei Diphtherie-Boostern im Abstand von möglichst sechs Monaten. Mit Daten von 179 Probanden konnte er zeigen, daß damit bei 77 Prozent ein Langzeitschutz erzielt wird. Vor allem vor Reisen in Endemiegebiete wie Osteuropa sollten Patienten zweimal geimpft werden.

Mehr zum Thema

Sie fragen – Experten antworten

Reiseimpfungen bei Kindern: Müssen Abstandsregeln eingehalten werden?

Keine Alternative verfügbar

Japanische Enzephalitis: Lieferengpass bei Impfstoff

Das könnte Sie auch interessieren
Woman with diabetes standing on top of the hill and looking at camera

© Getty Images

Impflücken bei Chronikern

Grippeimpfung bei Diabetes: Risiko für Folgen senken

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Die vergessene Reiseimpfung

© Milo Zanecchia | Getty Images

Impfen in der Praxis

Die vergessene Reiseimpfung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
„Motivational Interviewing“ in der Impfberatung

© SrdjanPav | Getty Images

Impfkommunikation

„Motivational Interviewing“ in der Impfberatung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Porträt: xxx

© Porträt: Alexander Sahi

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Testosteronmangel: Worauf es in der Hausarztpraxis ankommt

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Besins Healthcare Germany GmbH, Berlin

BCMA-gerichtete CAR-T-Zelltherapie rückt nach vorn

Cilta-cel setzt Standards im ersten Rezidiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Janssen-Cilag GmbH, Neuss, a Johnson & Johnson company
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Rauchjahre statt Packungsjahre

Lassen sich die Kriterien fürs Lungenkrebs-Screening vereinfachen?

Lesetipps
Die Ärzte Zeitung ist jetzt auch auf Instagram aktiv.

© prima91 / stock.adobe.com

Social Media

Folgen Sie der Ärzte Zeitung auf Instagram

Manche Menschen mit Adipositas haben ein vergleichsweise günstiges kardiovaskuläres Risikoprofil: offenbar vor allem diejenigen mit weniger zentraler Fettansammlung. (Symbolbild mit Fotomodell)

© sam richter / stock.adobe.com

Mega-Analyse

BMI ade? Beim kardiovaskulären Risiko kommt es auf das Bauchfett an