Wer fleißig gegen Grippe impft, rettet vielen Menschen das Leben

ROTTERDAM (eis). Der Grippeschutz ist eine Fleißaufgabe. Je öfter Patienten die jährliche Impfung erhalten, desto besser sind sie geschützt, wie jetzt niederländische Forscher in einer großen Studie belegt haben.

Veröffentlicht:

Ziel der Studie war es, die Wirkung des Grippe-Impfprogramms in den Niederlanden auf die Sterberate älterer Menschen zu untersuchen, wie Dr. Bruno H. Ch. Stricker vom Erasmus Medical Center in Rotterdam und seine Kollegen berichten (JAMA 292, 2004, 2089). Dazu wurden die Daten eines medizinischen Registers von 150 niedergelassenen Allgemeinmedizinern aus den Jahren 1996 bis 2002 analysiert.

Von den 26 071 Patienten im Alter über 65 Jahre wurde dabei für jedes Jahr der Impfstatus registriert und mit der jeweiligen Sterberate verglichen. Während der sechsjährigen Untersuchung starben insgesamt 3485 der Studienteilnehmer. Für jede erste Grippe-Impfung wurde dabei eine jährliche Reduktion des Sterberisikos um 10 Prozent ermittelt.

Bei einer Wiederholungsimpfung sank das Sterberisiko weiter. Insgesamt berechneten die Forscher, daß 302 Erstimpfungen nötig sind, um ein Menschenleben zu retten. Bei Probanden mit Impfungen in zwei oder mehreren aufeinanderfolgenden Jahren reichten 195 Wiederholungsimpfungen aus, um einen Todesfall zu verhindern.

In den Zeiten von Grippewellen war die Sterberate bei den Geimpften um 28 Prozent erniedrigt. Am meisten profitierten dabei Hochbetagte und Menschen ohne chronische Erkrankungen von der Schutzwirkung. Wurde die Impfserie einmal unterbrochen, dann erhöhte sich das Sterberisiko im ersten Jahr ohne Impfung wieder um 25 Prozent und in den nächsten Jahren weiter.

"Die Ergebnisse stützen die Empfehlung, ältere Menschen jedes Jahr gegen Grippe zu impfen", ist das Fazit von Stricker. Dadurch wird die Sterberate klar gesenkt.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Höchste Eisenbahn für den Grippeschutz

Mehr zum Thema

Robert Koch-Institut

Impfkalender für 2026: Die Neuerungen im Überblick

Atemwegserreger

RKI: RSV-Welle deutet sich an

Das könnte Sie auch interessieren
Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

© DG FotoStock / shutterstock

Update

Neue Podcast-Folgen

Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Herz mit aufgemalter Spritze neben Arm

© Ratana21 / shutterstock

Studie im Fokus

Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Prävention durch Influenzaimpfung?

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Junge Frau spricht mit einer Freundin im Bus

© skynesher | E+ | Geytty Images

Update

Impflücken bei Chronikern

Chronisch krank? Grippeimpfung kann Leben retten

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

© David Pereiras | iStock (Symboldbild mit Fotomodell)

Dermatomykosen

Alarmierender Anstieg: Hautpilz aus dem Barbershop

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

© Irina Tiumentseva | iStock

Onychomykosen

Effektive Therapie von Nagelpilz: Canesten® EXTRA Nagelset

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Abb. 1: FIB-4 1,3: numerische 26%ige Risikoreduktion der 3-Punkt-MACE durch Semaglutid 2,4mg

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [17]

Kardiovaskuläre, renale und hepatische Komorbiditäten

Therapie der Adipositas – mehr als Gewichtsabnahme

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma GmbH, Mainz
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Stiftung Lebensblicke

Darmkrebs bei jungen Menschen: Entwarnung für Deutschland

Lesetipps
Eine kalorienarme, pflanzenbasierte Kost für mehrere Tage am Stück pro Monat kann Patienten und Patientinnen mit Morbus Crohn bei der Remission helfen.

© rh2010 / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Morbus Crohn: In nur fünf Tagen per Diät zur Remission?