Eine Pneumokokken-Impfung des Enkels nützt auch dem Großvater

BERLIN (gvg). Nach der generellen Empfehlung für eine Pneumokokkenimpfung bei Kleinkindern wird die Zahl der Infektionen in Deutschland stark zurückgehen. Das erwarten Experten des Nationalen Referenzzentrums (NRZ) für Streptokokken in Aachen.

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"Wir gehen heute noch von etwa 150 000 Pneumokokken-Pneumonien in Deutschland pro Jahr aus", sagte Professor Ralf Reinert vom NRZ. Rund tausend mal komme es zu einer Bakteriämie, etwa 250 mal zu einer Meningitis. Vor allem die Folgen einer Pneumokokken-Meningitis können verheerend sein. Noch immer liegt die Sterberate bei sieben Prozent, und mehr als jedes fünfte Kind erleidet schwere Folgeschäden, wie einen beidseitigen Hörverlust oder eine geistige Entwicklungsverzögerung.

"Diese Zahlen werden jetzt stark zurückgehen", prophezeite Reinert. Dafür sprechen vor allem die Zahlen aus den USA, wo die generelle Impfempfehlung schon 1999 ausgesprochen wurde. Innerhalb von nur zwei Jahren habe dort die Zahl der Pneumokokken-Erkrankungen bei Kindern im Alter von einem Jahr oder jünger auf ein Drittel bis ein Viertel abgenommen.

Noch bemerkenswerter findet Reinert, daß die Kinderimpfung die Zahl der Pneumokokken-Erkrankungen bei Menschen über 65 Jahre mittlerweile deutlich nachweisbar beeinflußt. "Die aktuellen Zahlen belegen einen mehr als 30prozentigen Rückgang", so Reinert. "Der Kinderarzt schützt mit der Immunisierung also auch den Großvater, ohne ihn je gesehen zu haben."

Reinert wies darauf hin, daß durch die Pneumokokkenimpfung die bakteriellen Mittelohrentzündungen ebenfalls zurückgehen werden. Pro Jahr seien etwa eine Million dieser Erkrankungen durch Pneumokokken ausgelöst.

Auch die Zahl der Kinder, die im Nasen-Rachen-Raum mit Pneumokokken besiedelt sind, ohne daß sie Symptome haben, werde abnehmen: Der Impfstoff Prevenar® bewirke auch eine Schleimhautimmunität, so Reinert auf der vom Unternehmen Wyeth unterstützten Veranstaltung. Der von Wyeth vertriebene siebenvalente, konjugierte Pneumokokkenimpfstoff ist derzeit der einzige, der für Kleinkinder zugelassen ist.

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