Ärzte Zeitung, 27.09.2006

KOMMENTAR

Impfen - nicht nur Ärzte sind gefragt

Von Dirk Schnack

Ärzte sind die wichtigsten Ansprechpartner der Patienten beim Thema Impfen. Deshalb ist es richtig, wenn sich Berufsverbandsvorsitzende wie der Kinder- und Jugendarzt Dr. Dehtleff Banthien aus Schleswig-Holstein Gedanken darüber machen, wie man impfmüde Patienten besser motivieren kann.

Denn Krankheiten, die Patienten heute nur noch aus Büchern kennen, verlieren ihre abschreckende Wirkung. Richtig ist auch, daß Defizite in ärztlichen Reihen abgestellt werden müssen. So könnten viele Ärzte noch konsequenter den Impfstatus der Patienten überprüfen, um Lücken zu vermeiden.

Doch verstärkte ärztliche Bemühungen allein werden wenig ausrichten, wenn andere Verantwortliche die Zügel schleifen lassen. Impfgegner kommen oft gar nicht erst in die Praxis oder sind bereits so fest von den Nachteilen des Impfens überzeugt, daß ärztliche Empfehlungen zu spät kommen. Aufklärung muß vorher ansetzen.

So sind öffentliche Kampagnen der verschiedenen Akteure notwendig, Kassen könnten ihre Versicherten mit Anreizen motivieren. Aber auch Berufsgruppen wie Erzieher und Hebammen sind aufgefordert, sich unvoreingenommen mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund:
Kinderärzte sehen sich bei der Impfberatung häufig alleingelassen - hier sind auch andere Akteure gefragt

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