Ärzte Zeitung, 10.09.2007

KOMMENTAR

Auch das Einfache hat hohen Nutzen

Von Michael Hubert

Schlaganfall-Patienten impfen? Die haben doch ganz andere Sorgen! Das ist richtig und trotzdem falsch. In den ersten Wochen und Monaten nach einem Schlaganfall soll eine erneute Apoplexie und ein Herzinfarkt verhindert werden. Beides sind die Haupttodesursachen in dieser Zeit.

Aber was ist mit den Patienten, die diese schwere Zeit überstanden haben? Sie sind vor allem durch Atemwegserkrankungen gefährdet. Das belegen Daten. Und gegen zwei Erreger solcher Erkrankungen - Influenza-Viren und Pneumokokken-Bakterien - gibt es Impfungen. Das sind zwei einfache, kostengünstige Maßnahmen für diese schwer kranken Patienten, gefährliche - und unnötige - Erkrankungen abzuwehren. Nicht nur High-End-Medizin-Maßnahmen helfen den Patienten, sondern auch simple Impfungen.

Die Impfungen schützen aber nicht nur vor Atemwegserkrankungen. Die Grippe-Impfung verhindert auch kardiovaskuläre Ereignisse. US-Kardiologen sehen die Grippe-Impfung daher auf einer Stufe mit Antihypertensiva und Lipidsenkern zur Sekundärprävention kardiovaskulärer Ereignisse.

Und wenn sich auch noch Ärzte, Pfleger und Angehörige gegen Grippe impfen lassen, stellen sie keine Ansteckungsquelle mehr dar. Das ist ein zusätzlicher Schutz für die schwer kranken Patienten mit Schlaganfall.

Das sind nur drei der Gründe, zu impfen. Wie sagte schon Erich Kästner: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!

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Nach Schlaganfall ist auch eine Impfung gegen Influenza wichtig

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