Ärzte Zeitung, 16.10.2007

Arzt ist wichtigste Infoquelle für Impfungen

Chancen für Grippe- und Pneumokokken-Impfung oft ungenutzt / 2100 chronisch Lungenkranke befragt

LÜBECK (hub). Ärzte sind die Hauptinformationsquelle für die Grippe- und Pneumokokken-Impfung. Sie können daher die Impfraten erhöhen. Das geht aus Daten von chronisch Lungenkranken aus Deutschland hervor.

Fast 80 Prozent gegen Grippe und Pneumokokken geimpfte Asthma- und COPD-Patienten sagten, die entscheidende Information, sich impfen zu lassen, sei von ihrem Arzt gekommen. Hier steckt Potenzial, das genutzt werden kann: Denn ein Drittel der chronisch lungenkranken Patienten wurde noch nie Grippe-geimpft, und 75 Prozent hatten noch nie Informationen zur Pneumokokken-Impfung bekommen. Nur knapp jeder zweite (47 Prozent) hatte im Vorjahr eine Influenza-Impfung erhalten, und nur 15 Prozent sind gegen Pneumokokken geimpft.

Aus den Daten ergibt sich auch: Asthma und COPD allein werden offenbar nicht als ausreichende Indikation für die Impfungen wahrgenommen, sondern erst in Kombination mit dem Alter. Denn nimmt das Alter zu, steigen auch die Impfraten: von 11 Prozent bei den 18- bis 20-Jährigen auf 43 Prozent bei den 60-Jährigen. Bei den 61- bis 70-Jährigen sind sogar 63 Prozent geimpft. Bei der Pneumokokken-Impfung nimmt die Rate von 2 auf 8 Prozent zu und springt bei den 61- bis 70-Jährigen auf 23 Prozent.

Als Grund, nicht gegen Grippe geimpft zu sein, nannte jeder Zweite mangelnde Information, 90 Prozent nannten diesen Grund zur Pneumokokken-Impfung.

Für die Studie wurden über 2100 Patienten mit Asthma oder COPD - im Schnitt 57 Jahre alt - in einem deutschen Lungenzentrum befragt (J Infection 55, 2007, 347).

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Impfen - Arzt und Patient gewinnen

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

Die neue Statistik der Bundesärztekammer liegt vor. Sie zeigt, wo die meisten Behandlungsfehler passierten und wie die Schlichterstelle meistens entschied. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »