Ärzte Zeitung, 12.11.2007

Grippe-Impfung schützt Lunge, Herz und Hirn

Geimpfte müssen seltener ins Krankenhaus

VALENCIA (hub). Jetzt ist die richtige Zeit, noch ungeimpften über 60-Jährigen die Influenza-Impfung anzubieten. Denn die Impfung schützt Herz, Hirn und Lunge. Das hat jetzt eine Studie erneut bestätigt.

Sind über 64-Jährige gegen Grippe geimpft, müssen sie seltener in die Klinik als Ungeimpfte, belegt die Studie (Vaccine 25, 2007, 7313). Der Vergleich der Rate von Krankenhauseinweisungen ergab:

  • Wegen akuten Koronarsyndroms (ACS) mussten 87 Prozent weniger Personen in die Klinik,
  • wegen zerebrovaskulärer Ereignisse 93 Prozent und
  • wegen Pneumonie 69 Prozent.

Insgesamt wurden 159 Patienten aufgrund eines ACS in die Klinik aufgenommen, 148 wegen transienter ischämischer Attacken oder Schlaganfall und 242 wegen einer Pneumonie. Die Fall-Kontroll-Studie wurde in der Region Valencia vorgenommen, mit mehr als 100 000 Menschen über 64 Jahre. Geimpft wurde mit spezieller Vakzine für diese Altersgruppe.

Der Nutzen der Grippe-Impfung für Herz und Hirn ist bereits in früheren Studien belegt. In den USA etwa hat die Grippe-Impfung bei der Sekundärprävention den gleichen Stellenwert wie Antihypertensiva und Blutfettsenker. Nach Apoplexie senkt die Grippe-Impfung ebenfalls die Zahl der Krankenhauseinweisungen. Und: Die Sterberate geimpfter über 65-Jähriger liegt in der Grippezeit um die Hälfte niedriger als die Ungeimpfter.

In Deutschland rät die Impfkommission STIKO, alle Menschen über 60 Jahre sowie chronisch Kranke - altersunabhängig - gegen Influenza zu impfen.

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