Ärzte Zeitung, 13.12.2007

Pocken eliminiert, viele Leben gerettet: das kann nur Impfen!

US-Forscher ziehen Erfolgsbilanz von Programmen / Milliardenbeträge gespart

NEU-ISENBURG (eis). Pocken eliminiert und Todesfälle etwa durch Polio, Masern, Röteln, Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten um mehr als 99 Prozent verringert: Diese Erfolgsbilanz ziehen US-Forscher jetzt aus Daten zu ihren Impfprogrammen.

Große Erfolge gibt es etwa mit neuen Impfungen gegen Hib und Hepatitis A.

Obwohl Zahlen zu impfpräventablen Krankheiten in Deutschland vielfach fehlen, ist auch bei uns von ähnlichen Erfolgen der Impfmedizin auszugehen.

US-Forscher haben jetzt für 13 Krankheiten die Zahlen der Inzidenzen und jährlichen Todesfälle vor und nach Einführung von Impfprogrammen zusammengestellt (JAMA 298, 2007, 2155). Danach hat es in den USA in der Ära, bevor geimpft wurde, etwa 1800 Todesfälle durch Diphtherie, 440 durch Masern, 3200 durch Polio, 470 durch Tetanus, über 4000 durch Keuchhusten, 137 durch Hepatitis A und etwa 1000 durch invasive Infektionen mit H. influenzae Typ b (Hib) gegeben. Die Inzidenzen der Krankheiten waren zum Teil mehrere hundert Mal größer. Zum Vergleich: Ab 2004 starben infolge der Krankheiten so gut wie keine Menschen mehr, und die Inzidenzen gingen meist um 92 Prozent und mehr zurück.

Abgesehen von Leid durch Krankheit und Tod ersparen Impfungen dem US-Gesundheitssystem viel Geld (Arch Ped Adolsc Mec 159, 2005, 1136). So wurde anhand der Inzidenzen aus der Vor-Impfära für einen Geburtenjahrgang berechnet, dass mit zehn Kinder-Impfungen netto 9,9 Milliarden US-Dollar direkter und 43,3 Milliarden indirekter Krankheitskosten eingespart werden.

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