Ärzte Zeitung, 12.03.2008

Lang anhaltender Schutz durch HPV-Impfung

DÜSSELDORF (fvw). Die HPV-Impfung schützt 5,5 Jahre lang praktisch 100-prozentig vor präkanzerösen Zervixläsionen, die durch die HPV-Typen 16 und 18 verursacht werden. So fasste Professor Lutz Gissmann vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg die Studien zur Vakzine Cervarix® zusammen.

HPV 16 und 18 sind zusammen für mehr als 70 Prozent aller Zervixkarzinome ursächlich. Außer HPV 16 haben auch persistierende Infektionen mit HPV 18 und 45 eine besondere Bedeutung bei der Entstehung der aggressiven, schnell wachsenden Adenokarzinome. Diese machen 15 bis 25 Prozent aller invasiven Karzinome aus. Sie sind besonders gefürchtet, da sie bei der Krebsfrüherkennung sehr schwer zu diagnostizieren sind und deshalb spät erkannt werden, so Gissmann beim Fortbildungskongress der Frauenärztlichen Bundesakademie in Düsseldorf.

Für einen lang anhaltenden Zervixschutz wurde der Impfstoff von GlaxoSmithKline mit dem Adjuvanssystem AS04 formuliert, das die Immunantwort verstärkt. Dabei bindet das an Aluminiumhydroxid gekoppelte Monophosphoryl-Lipid A (MPL) an toll-like-Rezeptoren auf der Oberfläche der antigenpräsentierenden Zellen. Die Rezeptoren empfangen und vermitteln Informationen über den Erreger. AS04 habe sich in einem Hepatitis-B-Impfstoff bewährt.

Der HPV-Impfstoff ist gut verträglich, wie klinische Studien mit mehr als 30 000 Frauen belegen: Häufigste unerwünschte Wirkungen waren lokale Schmerzen, Rötungen und Schwellungen an der Einstichstelle. Sie waren bei den Geimpften etwas häufiger als in der Kontrollgruppe und verschwanden rasch.

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