Direkt zum Inhaltsbereich

Neuer Impfstoff gegen Pneumokokken wegen veränderter Epidemiologie

In einem neuen, 13-valenten Impfstoff ist auch der Pneumokokken-Stamm 19A enthalten, dessen Bedeutung wächst. Denn seit einiger Zeit ändert sich die Epidemiologie der Pneumokokkeninfektion.

Philipp Grätzel von GrätzVon Philipp Grätzel von Grätz Veröffentlicht:
Allen Kindern bis zu 24 Monaten wird eine Impfung mit dem konjugierten Pneumokokkenimpfstoff empfohlen.

Allen Kindern bis zu 24 Monaten wird eine Impfung mit dem konjugierten Pneumokokkenimpfstoff empfohlen.

© Foto: Wyeth Pharma

Allen Säuglingen in Deutschland wird die Impfung gegen Pneumokokkeninfektionen empfohlen. Seit Einführung der Pneumokokkenimpfung für Kinder ändere sich die Epidemiologie der Pneumokokkeninfektionen in den USA wie in Europa, betonte Professor Ralf René Reinert von Wyeth Vaccine Research. So beobachte man bei den im siebenvalenten Konjugatimpfstoff verimpften Pneumokokkenserotypen eine erhebliche Abnahme der invasiven Pneumokokkeninfektionen.

In den USA liegt der Rückgang bei den unter Fünfjährigen mittlerweile bei über 90 Prozent. Und bei den (ungeimpften) Erwachsenen über 65 Jahren ging die Inzidenz um über 80 Prozent zurück, weil eine Herdenimmunität auftritt. Auch in Europa, wo die Pneumokokkenimpfung später eingeführt wurde, sei bei Säuglingen seit 2007 ein Rückgang der invasiven Pneumokokkenerkrankungen durch die sieben in der Pneumokokkenimpfung verimpften Pneumokokkenserotypen um etwa die Hälfte nachweisbar, so Reinert. "Der Preis dafür ist aber eine leichte Zunahme bei den Infektionen durch andere, nicht verimpfte Serotypen", so Reinert bei einer Veranstaltung von Wyeth Pharma in Berlin.

Einer der aktuellen Problemkeime sei vor allem der Serotyp 19A. Hier lasse sich in den unterschiedlichsten Ländern Europas, darunter auch in Deutschland, ein zum Teil signifikanter Anstieg nach Einführung der nationalen Impfprogramme nachweisen, berichtete Reinert.

Das Unternehmen hat deswegen mittlerweile einen 13-valenten Pneumokokkenimpfstoff entwickelt, der außer den bisher schon verimpften Serotypen 4, 6B, 9V, 14, 18C, 19F und 23F nun auch noch die Serotypen 1, 3, 5, 6A, 7F und eben 19A umfasst. Dieser Impfstoff befindet sich derzeit in klinischen Studien der Phase III, die die Nicht-Unterlegenheit zum siebenvalenten Impfstoff belegen sollen.

Mehr zum Thema

Robert Koch-Institut

STIKO lockert Impfempfehlungen gegen COVID-19

Mehrere Milliarden Dosen verimpft

Review bestätigt: mRNA-Impfungen sind sicher und wirksam

Das könnte Sie auch interessieren
Grippeimpfung bei Diabetes: Risiko für Folgen senken

© AzmanJaka | Getty Images

Impflücken bei Chronikern

Grippeimpfung bei Diabetes: Risiko für Folgen senken

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Die vergessene Reiseimpfung

© Milo Zanecchia | Getty Images

Impfen in der Praxis

Die vergessene Reiseimpfung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Hohe Verantwortung, moderate Impfquote

© FatCamera | Getty Images (Symbolbild mit Fotomodellen)

Impfstatus Klinikpersonal

Hohe Verantwortung, moderate Impfquote

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Typische Körperumrisse bei Achondroplasie

© BioMarin

Achondroplasie

Gezielte Therapie: erste Lebensjahre sind entscheidend

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioMarin Deutschland GmbH, Frankfurt am Main
Abb. 1: Diagnostik bei Harnsteinen: Prozedere bei Hochrisiko-Gruppe

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5, 11]

Hoher Medical Need

Urolithiasis: Metaphylaxe kann hohe Rezidivrate deutlich senken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Aristo Pharma GmbH, Berlin
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Betäubungsmittel richtig verordnen

Opioide in der Urlaubsvertretung: Wie sich Missbrauch vorbeugen lässt

Lesetipps
PMOS als Buchstaben

© Someone Cooked Here / Generated with AI / Stock.adobe.com

Neue Terminologie

Warum PCOS zu PMOS wurde und was das mit Diabetes zu tun hat

Schlange wartender Patienten am Praxisempfang

© Racle Fotodesign / stock.adobe.com

Einschätzung von Kollegen

Wenn die Telefon-AU wegfällt: Was das für den Praxisalltag bedeutet