Ärzte Zeitung, 06.02.2009

Wenig Fehltage bei geimpften Angestellten

Über 50-jährige profitieren in der Grippesaison besonders von der Impfung / Studie bei 497 Uni-Mitarbeitern

MINNEAPOLIS (eis). Die aktuelle Grippewelle ist eine gute Gelegenheit, die Weichen für Impfprogramme im nächsten Herbst zu stellen. Arbeitgeber sollten besonders ältere Mitarbeiter schützen lassen. Das reduziert die Raten von Atemwegsinfekten und damit von Fehltagen, hat jetzt eine US-Studie ergeben.

Wenig Fehltage bei geimpften Angestellten

Foto: dpa

An der Studie nahmen 497 Angestellte der Universität von Minnesota im Alter von 50 bis 64 Jahren teil (Clin Inf Dis 48, 2009 292). 404 von ihnen (81 Prozent) hatten sich gegen Grippe impfen lassen, die anderen waren ungeimpft. Bei den Probanden wurden in der Grippesaison von Januar bis März 2007 alle Influenza-ähnlichen Erkrankungen (ILI) und die Dauer sowie die damit verbundenen Fehltage an der Arbeit registriert.

Deutlich weniger Infekte nach Impfung.

Ergebnis: 85 Probanden (17 Prozent) hatten in dieser Zeit eine ILI, von den Geimpften waren es 15 Prozent und bei den Ungeimpften 25 Prozent. Im Mittel waren die Probanden etwa 8 Tage krank, fehlten 1,5 Tage an der Arbeit und arbeiteten mehr als 4 Tage, obwohl sie noch Symptome hatten. Knapp jeder zweite Krankheitstag (49 Prozent) während der Grippesaison war durch eine ILI bedingt.

Für die Geimpften ergaben sich deutliche Vorteile: So wurden im Durchschnitt pro geimpftem Probanden in der Grippesaison nur 1,3 ILI-Krankheitstage verbucht, im Vergleich zu 3,3 ILI-Krankheitstagen bei Ungeimpften. Geimpfte hatten dadurch weniger Fehltage am Arbeitsplatz. So fehlte im Mittel jeder Geimpfte 0,23 Tage wegen ILI an der Arbeit bei den Ungeimpften waren es mit 0,57 Tagen mehr als doppelt so viele. Geimpfte hatten zudem 45 Prozent weniger ILI und mussten über 60 Prozent weniger Tage wegen ILI das Bett hüten.

Die Studiendaten sind vor allem für Arbeitgeber von großer Bedeutung. So wird durch die Impfung die Gesundheit und Produktivität der Angestellten geschützt, betonen die Studienautoren.

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