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Pneumokokken-Impfung schützt vor schwerem Pneumonieverlauf

Bei über 50-Jährigen verhindert die Pneumokokken-Impfung nach den Ergebnissen einer spanischen Studie - je nach Saison - bis zu zwei Drittel der bakteriämischen Pneumokokken-Pneumonien.

Von Simone Reisdorf Veröffentlicht:
Allen Menschen über 60 Jahre und chronisch Kranken wird in Deutschland die Pneumokokken-Impfung empfohlen.

Allen Menschen über 60 Jahre und chronisch Kranken wird in Deutschland die Pneumokokken-Impfung empfohlen.

© Foto: imago

Pneumokokken sind laut CAPNETZ* für 30 bis 50 Prozent der ambulant erworbenen Lungenentzündungen ursächlich. "Und jede fünfte Pneumokokken-Pneumonie geht mit einer Bakteriämie einher", sagte Professor David Fedson aus Sergy Haut in Frankreich bei einem von Sanofi Pasteur MSD unterstützten Symposium. Bakteriämische Lungenentzündungen verlaufen oft besonders schwer. Weitere invasive Pneumokokken-Erkrankungen bei Erwachsenen sind Meningitiden, Pleuritiden und Arthritiden.

"Die Impfung gegen Pneumokokken kann nicht all diese Erkrankungen verhindern", räumte Fedson ein, "aber doch sehr viele, und die übrigen verlaufen oft weniger dramatisch." Bei der Beurteilung der Effektivität der Pneumokokkenimpfung sollte man nach Angaben des Pneumologen den Beobachtungszeitraum berücksichtigen. Denn Pneumokokkeninfektionen seien oft mit Influenza vergesellschaftet.

Fedson präsentierte eine aktuelle spanische Fallkontrollstudie, an der 304 über 50-jährige Patienten mit radiologisch bestätigter Pneumokokken-Pneumonie - davon 98 mit Bakteriämie - teilgenommen haben. Sie wurden mit 608 ambulanten Kontrollpatienten verglichen. Nach Impfung mit dem 23-valenten Polysaccharid-Pneumokokkenimpfstoff gab es im Vergleich zu Ungeimpften 48 Prozent weniger Pneumokokken-Pneumonien, so Fedson. Am deutlichsten war der Schutzeffekt in der Influenza-Saison: Hier konnte die Impfung 54 Prozent der nicht-bakteriämischen und 67 Prozent der bakteriämischen Pneumokokken-Pneumonien verhindern. Außerhalb der Influenza-Saison wurden Schutzraten von 44 und 59 Prozent erreicht.

*CAPNETZ: Kompetenznetz für ambulant erworbene Pneumonien (community-acquired pneumonia), www.capnetz.de

Patienten hören auf ihren Arzt

Den größten Einfluss auf die Entscheidung eines Patienten, sich gegen Pneumokokken oder Influenza impfen zu lassen, hat sein Arzt, wie eine Studie ergeben hat. Rät der Arzt seinen Patienten zur Impfung, lassen sich 63 beziehungsweise 70 Prozent der Skeptiker sowie 84 und 87 Prozent der Impfbefürworter impfen. Rät der Arzt vom Impfen ab, bleiben die Impfraten durchweg im einstelligen Bereich. (sir)

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