Ärzte Zeitung, 14.01.2010

Impfung von Frauen gegen CMV wird weiter erprobt

Eine Impfung gegen Infektionen mit Cytomegalieviren (CMV) erwies sich bei jeder zweiten Frau als effizient.

Von Thomas Meißner

WIESBADEN. Obwohl es sich um die weltweit häufigste kongenitale Infektion handelt, gibt es bislang gegen Cytomegalieviren (CMV) keine effektiven Präventions- und Therapieoptionen. Etwa fünf bis zehn Prozent der intrauterin mit CMV infizierten Kinder entwickeln später Hör- oder Augenschäden, leiden unter geistiger Retardierung oder haben Lernprobleme, erinnerte Privatdozent Dr. Andreas Clad aus Freiburg bei der Fortbildungsveranstaltung GynUpdate in Wiesbaden.

Nach Clads Angaben werden in Deutschland jährlich etwa 600 bis 800 Kinder geboren, die aufgrund einer CMV-Infektion irreversible Schäden davontragen. Der Wissenschaftler wies auf die Ergebnisse einer Phase-II-Studie hin, in der es mit dem gentechnisch hergestellten Oberflächenprotein Glykoprotein B des Virus bei CMV-seronegativen Frauen gelungen war, die Bildung neutralisierender Antikörper auszulösen (NEJM 360, 2009, 1191).

Innerhalb von 42 Monaten kamen bei 14 Prozent der 216 Frauen in der Placebo-Gruppe CMV-Neuinfektionen vor, aber bei acht Prozent der 225 Frauen in der Verumgruppe. Es handelte sich bei den Probandinnen um Frauen mit deutlich erhöhtem CMV-Risiko.

Umgerechnet auf die jährliche Infektionsrate erwies sich die Impfung bei 50 Prozent der Frauen als effizient. In der Verumgruppe gebar eine Frau ein Kind mit kongenitaler CMV-Infektion, in der Placebo-Gruppe waren es drei Kinder.

Darüber, wie lange der Impfschutz anhält, könne noch nichts gesagt werden, so Clad. Auch lasse sich aus den Studiendaten nicht ableiten, ob intrauterine Schädigungen des Kindes in gleichem Maße verhindert werden wie durch CMV-spezifisches IgG, das nach einer natürlichen CMV-Infektion gebildet wird.

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