Ärzte Zeitung, 26.01.2010

Sachsen will alle Kinder gegen Influenza impfen

Sachsen will alle Kinder gegen Influenza impfen

Influenza-Impfung für jeden ab dem 6. Monat empfiehlt die Sächsische Impfkommission. © Nobilior / fotolia.com

LEIPZIG (eis). Die Sächsische Impfkommission (SIKO) geht erneut über die bundesweiten Empfehlungen der Ständigen Impfkommission hinaus und empfiehlt ab sofort in dem Bundesland die jährliche Influenzaimpfung für alle Menschen im Alter über 6 Monate (Ärzteblatt Sachsen 1, 2010, 13). Für Kinder vom 7. Lebensmonat bis zum 3. Lebensjahr werden in der Regel 0,25 ml pro Dosis empfohlen; ab dem 4. Lebensjahr (nach dem 3. Geburtstag) 0,5 ml pro Dosis. Kinder bis zum 9. Lebensjahr erhalten bei der erstmaligen Impfung zwei Dosen im Abstand von vier Wochen.

Für alle Menschen ab dem vollendeten 50. Lebensjahr empfiehlt die SIKO zudem die einmalige Herpes-zoster-Impfung. Die Kontraindikationen der Lebendimpfung wie Immundefizienz, immunsuppressive Therapie oder Schwangerschaft sind zu beachten. Als einziger Impfstoff steht bisher Zostavax® zur Verfügung. Der Impfstoff sei in sächsischen Apotheken für 148,65 Euro verfügbar. Nach Herstellerangaben soll er im dritten Quartal 2010 bundesweit zur Verfügung stehen.

Mit der einmaligen Impfung wurde in Studien nach 4,9-jähriger Beobachtungszeit die Zoster-Inzidenz um 51 Prozent verringert und die Inzidenz der postzosterischen Neuralgie um 67 Prozent. Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen (KVS) solle nun mit den Kassen zügig über eine Aufnahme der Zoster-Impfung in die Impfvereinbarungen verhandeln.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »