Ärzte Zeitung, 08.03.2010

Österreicher haben großen Erfolg mit Rotavirusimpfung

Nach Einführung des Schutzes geht die Zahl der Klinikeinweisungen zurück

NEU-ISENBURG (eis). Die Rotavirusimpfung ist in Österreich ein großer Erfolg: Bereits ein Jahr nach Einführung des Schutzes ist die Rate von kleinen Kindern, die wegen Rotavirus-bedingtem Brechdurchfall in Kliniken eingewiesen werden, stark rückläufig.

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Schon ein Jahr nach der Impfempfehlung sind Infektionen seltener.

In Deutschland wird die Rotavirus-Schluckimpfung nicht allgemein von der Ständigen Impfkommission empfohlen. Viele Kassen bezahlen den Schutz für Säuglinge aber bereits (Infos: www.impfkontrolle.de). In Österreich wird hingegen seit Juli 2007 allen Kindern im Alter von sieben Wochen bis sechs Monaten zur Impfung geraten. In einer Studie wurden jetzt die Daten zu Klinikeinweisungen wegen Rotavirus-Gastroenteritis aus einem Sentinel-Netzwerk mit elf Kinderkliniken aus der Zeit zwischen 2001 und 2008 analysiert (PIDJ online).

Ergebnis: In der Zeit vor der Impfung betrug die jährliche Rate der Rotavirus-bedingten Klinikeinweisungen 2066 pro 100 000 Kinder im Alter bis zwölf Monate. Nach Einführung der Impfung ging die Rate auf 631 pro 100 000 zurück. Insgesamt wurden bei Kindern bis drei Monate ein Rückgang der Klinikeinweisungen durch Rotaviren um 42 Prozent und bei Kindern von drei Monaten bis 20 Monaten ein Rückgang um 74 Prozent registriert. Gleichzeitig sei die Zahl der Kliniktage wegen Rotavirus-Durchfall bei Kindern um 45 Prozent gesunken. Mit der Impfung ließen sich wahrscheinlich Kosten sparen.

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