Ärzte Zeitung, 11.03.2010

USA raten jetzt allen zur Grippeimpfung

Reaktion auf wachsende Zahl der Risikogruppen

ATLANTA (hub). Die USA haben ihre Impfstrategie gegen Influenza komplett geändert: Erstmals wird für die Saison 2010/11 allen Menschen ab einem Alter von sechs Monaten zur jährlichen Influenzaimpfung geraten.

Das Advisory Committee on Immunization Practices (ACIP) - das US-Pendant zu Ständigen Impfkommission (STIKO) - begründet diesen Schritt zur Grippeimpfung für alle Menschen sowohl medizinisch als auch kommunikativ. Zum einen habe die Zahl der Risikogruppen in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen.

Viele dieser Menschen seien sich ihres erhöhten Risikos durch eine Grippeerkrankung nicht bewusst oder wüssten nicht, dass sie zu einer Risikogruppe zählen. Eine allgemeine Impfempfehlung für alle umgehe diese Probleme, heißt es in einer Mitteilung der Centers for Disease Control and Prevention (CDC). Die Impfraten gegen saisonale Influenza lagen in den Zielgruppen in den USA bisher unter 50 Prozent.

Gleichzeitig hätten die Erfahrungen mit der Schweinegrippe gezeigt, dass auch Personen, die bisher nicht im Fokus der Grippeimpfung standen, besondere Risiken haben - etwa Adipöse und Frauen nach der Geburt. Das ACIP habe außerdem intensiv den Nutzen der Impfung für Menschen zwischen 19 und 49 Jahren diskutiert. Diese Gruppe wurde in den USA von der H1N1-Pandemie besonders stark getroffen.

Nicht zuletzt soll die allgemeine Impfempfehlung die Schwelle für die Impfung senken und signalisieren, wie wichtig es sei, Influenzaprävention für die gesamte Bevölkerung zu betreiben, so die CDC.

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