Ärzte Zeitung, 19.07.2010

Auf Reisen schwanger werden - dann ist Tauchen tabu!

Planen Paare eine Schwangerschaft, sind Impfungen und die Malaria-Prophylaxe darauf abzustimmen.

Von Privatdozent Tomas Jelinek

Viele Paare mit Kinderwunsch möchten die (noch) kinderlose Zeit für eine Fernreise nutzen. Bei der Reisevorbereitung und unterwegs gibt es nun Einiges zu beachten. Vor einer geplanten Schwangerschaft und erst recht vor einer Fernreise ist zu empfehlen, den Standard-Impfschutz überprüfen und gegebenenfalls auffrischen zu lassen.

Nach Masern-, Mumps-, Röteln und Varizellen-Impfung sollte sicherheitshalber für drei Monate eine Schwangerschaft verhütet werden, da nicht bekannt ist, ob durch die Impfviren eine Schädigung des Embryos hervorgerufen werden kann. Bisher konnten aber in Studien nach versehentlicher Impfung kurz vor oder während einer Schwangerschaft Entwicklungsstörungen nicht nachgewiesen werden, sodass auf keinen Fall eine Abbruchindikation besteht.

Eine ähnliche Empfehlung gilt für die Einnahme von Mefloquin zur Malariaprophylaxe. Hier sollte für drei Monate nach der Einnahme ein sicherer Empfängnisschutz angewandt werden. Die alternativen Malariamittel Atovaquon/ Proguanil (Malarone®) und Doxycyclin sind ebenfalls in der Gravidität kontraindiziert. Da eine Schwangerschaft auf der Reise eintreten kann, sollte überlegt werden, ob der Urlaub unbedingt in ein Malaria-Risikogebiet führen muss.

Auch bei der Auswahl der Urlaubsaktivitäten sollte die Möglichkeit eines Schwangerschaftseintritts auf der Reise bedacht werden. Frauen, die einen Tauchurlaub planen und nicht verhüten, können einen Schwangerschaftstest mit auf die Reise nehmen und diesen im Zweifelsfall selbst durchführen. Fällt der Test positiv aus, sollte ab diesem Zeitpunkt nicht mehr getaucht werden, da nicht auszuschließen ist, dass es durch Stickstoffblasenbildung im Körper der Mutter zur Schädigung des Ungeborenen kommt.

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