Ärzte Zeitung, 07.02.2011

"Nur jedes dritte Mädchen hat den Impfschutz gegen HPV"

HEIDELBERG (dpa). In Deutschland ist die Impfquote gegen HPV nach Berichten über angebliche Nebenwirkungen rückläufig, bedauerte Professor Harald zur Hausen vom Deutschen Krebsforschungszentrum in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa.

Er verwies auf Studien australischer Forscher, denen zufolge auf 100.000 Impflinge lediglich eine einzige gravierende Nebenwirkung wie etwa eine Allergie gegen den Impfstoff festgestellt worden sei.

Das sei aber eine geringere Quote als bei anderen Impfungen, die für Kinder und Jugendliche von der deutschen Ständigen Impfkommission empfohlen werden. Die Gegner der HPV-Impfung seien entsprechende Studien über häufige Nebenwirkungen schuldig geblieben.

In Deutschland wird allen Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren die Impfung empfohlen. Es sei aber derzeit nur ein Drittel von ihnen geschützt, sagte zur Hausen. In Australien seien es 84 Prozent.

Der Forscher empfiehlt, auch Jungen impfen zu lassen. Zum einen, weil sie die Viren dann nicht mehr auf ihre Sexualpartnerinnen übertragen könnten, zum anderen, weil auch Krebserkrankungen im Rachenraum und im Analbereich zu einem Drittel verhindert werden könnten, die ebenfalls von den HPV ausgelöst werden können.

"Bei globaler Impfung könnten wir die HPV-Typen, gegen die die Impfung schützt, vollständig ausrotten."

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zeit für aggressive Maßnahmen

Viel Geschwätz, wenig Taten: Zeit für aggressive Weichenstellungen in der Diabetes-Prävention, meinen Fachleute. Sie fordern die Lebensmittel-Ampel und Steuern auf ungesunde Produkte. mehr »

Beim Thema Luftschadstoffe scheiden sich die Geister

Gesundheitliche Gefahren von Luftverschmutzung sehen Pneumologen vorrangig als ihr Thema an. Doch die Meinung der Fachärzte darüber ist nicht einhellig. Das zeigt sich auch im Vorfeld ihrer Fachtagung. mehr »

Patienten vertrauen auf Online-Bewertungen

In welche Praxis soll ich gehen? Ihre Entscheidung fällen Patienten zunehmend anhand von Online-Bewertungen – eine Chance für Ärzte, so eine neue Studie. mehr »