Ärzte Zeitung, 06.11.2011

Kommentar

Bei jungen Frauen Masern vorbeugen!

Von Wolfgang Geissel

Nicht nur Röteln, sondern auch Masern bedrohen Mutter und Kind während einer Schwangerschaft ganz besonders. Bei Frauen mit Kinderwunsch muss daher für einen ausreichenden Impfschutz gesorgt werden.

Denn ist eine Schwangerschaft erst einmal eingetreten, dann sind die verfügbaren Lebendimpstoffe kontraindiziert; eine spezifische Prophylaxe für ungeschützte Frauen gibt es dann während der Schwangerschaft nicht mehr.

Die Ansteckungsgefahr ist zurzeit erhöht. In Deutschland, Frankreich, in der Schweiz und in weiteren Nachbarländern hat sich in diesem Jahr eine Masernwelle aufgebaut mit tausenden Erkrankungen und sogar Todesfällen.

Hinzu kommt, dass es in Deutschland gerade bei jungen Erwachsenen besonders große Impflücken gibt. Auch gibt es für Frauen mit kleinen Kindern besonders viele Situationen mit Ansteckungsgefahr, etwa im Wartezimmer beim Kinderarzt oder im Kindergarten.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt seit gut einem Jahr, alle Erwachsenen ab Geburtsjahr 1970 und jünger mit unklarem Schutz einmalig gegen Masern zu impfen.

Vorzugsweise ist dafür ein MMR-Impfstoff zu wählen. Jeder Kontakt zu einem jungen Menschen sollte in der Praxis dazu genutzt werden.

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Masern in der Schwangerschaft können zur Fehlgeburt führen

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