Ärzte Zeitung, 04.12.2011

Kommentar

Krebsimpfung mit schlechtem Image

Von Wolfgang Geissel

Zu den Impfungen mit der geringsten Akzeptanz in Deutschland gehört der Schutz gegen Humane Papillomaviren (HPV). Nur knapp jedes dritte zwölf bis 17 Jahre alte Mädchen - diesem Personenkreis wird die Impfung empfohlen - erhält auch den Schutz zur Prävention von Zervix-Ca. Dadurch werden große Chancen zur Krebs-Prophylaxe vergeben.

Nach neuen Studiendaten ist die Wirksamkeit der Impfstoffe sogar besser als ursprünglich angenommen. Über 90 Prozent der krebsverursachenden HPV-Infektionen und die dadurch hervorgerufenen Läsionen können damit vermieden werden.

Die Impfung - die bereits in vielen Ländern breit empfohlen wird - könnte bei uns künftig etwa tausend Frauen pro Jahr das Leben retten. Schon jetzt werden damit Krebsvorstufen und in Folge Konisationen verhindert.

Vor drei Jahren hat der Streit um angeblich fehlende Wirksamkeitsnachweise der Impfung die Bevölkerung stark verunsichert. Die in einer Kampagne von 13 Wissenschaftlern geäußerten Bedenken sind seither alle mehr oder weniger entkräftet worden.

Es ist daher an der Zeit, die Aufklärung zur Krebsprävention zu verstärken. Jeder Kontakt mit einem weiblichen Teenager sollte dazu genutzt werden.

Lesen Sie dazu auch:
J1-Untersuchung ist gute Gelegenheit zur HPV-Impfung

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Welche Stoffe in Energy-Drinks wirken auf Herz und Kreislauf?

Energy-Drinks haben eine durchschlagende Wirkung: Es kommt zu signifikanten Verlängerungen des QTc-Intervalls, und der systolische Blutdruck ist erhöht. Möglicherweise ist dafür nicht nur das Koffein verantwortlich. mehr »

Grünes Licht für GOÄ-Reformprozess

Der Deutsche Ärztetag hat den Verhandlungsführern für die GOÄ-Reform am Donnerstagabend grünes Licht für den weiteren Novellierungsprozess gegeben. mehr »

"Harte Hand" schadet dem Schulerfolg

Den Lebenswandel eines Kindes kann ein sehr strenges Elternhaus negativ beeinflussen, belegt eine Studie. mehr »