Direkt zum Inhaltsbereich

Kommentar

Fragwürdige Praxis beim Tetanusschutz

Wolfgang GeisselVon Wolfgang Geissel Veröffentlicht:

Dass einige chirurgische Kliniken aus wirtschaftlichen Gründen bei ihren Patienten die Tetanus-Monoimpfstoffe und nicht die teureren Kombivakzinen mit Diphtherie und Pertussis einsetzen, ist ein Skandal.

Zum einen werden damit Impflücken bewusst in Kauf genommen. Denn ob sich ein Patient etwa nach einer Klinik-Wundbehandlung für die fehlenden Impfungen anschließend zum Hausarzt begibt, ist auf keinen Fall sicher. Zum anderen setzt man hier Patienten auch unnötig möglichen schweren Impfreaktionen aus.

Für die fehlenden Impfungen, die nur mit Kombivakzinen (mit Tetanus-Komponente) abgedeckt werden können, muss ja der empfohlene Abstand von fünf Jahren zwischen zwei Tetanus-Impfungen unterschritten werden.

Öffentliche Empfehlungen werden hier bewusst falsch interpretiert. Die Anmerkung der STIKO, dass sich der Fünf-Jahres-Abstand zwischen zwei Tetanus-Impfungen auch unterschreiten lässt - ist für Ausnahmen gedacht und nicht als Regelfall.

Impfende Ärzte müssen dabei immer auch über das mögliche Auftreten von verstärkten - meist lokalen - Impfreaktionen informieren. Hausärzte sollten betroffene Patienten dabei auch auf die fragwürdige Praxis in den Kliniken hinweisen.

Lesen Sie dazu auch: Tetanus-Impfung auch im Notfall mit Kombivakzine

Mehr zum Thema

Allgemeinmediziner gibt Tipps

Ohne MFA läuft wenig: Was beim Impfmanagement wichtig ist

Orientierung für die Impfpraxis

Impfen bei Immundefizienz: Worauf es ankommt

Das könnte Sie auch interessieren
Vier Einwände von Herzpatienten im Evidenzcheck

© imran kadir photography | Getty Images

Impfskepsis in der Praxis

Vier Einwände von Herzpatienten im Evidenzcheck

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Gut organisiert in die Grippesaison starten

© Abraham Gonzalez Fernandez | Getty Images

Impfmanagement

Gut organisiert in die Grippesaison starten

Anzeige | Viatris Germany GmbH
„Motivational Interviewing“ in der Impfberatung

© SrdjanPav | Getty Images

Impfkommunikation

„Motivational Interviewing“ in der Impfberatung

Anzeige | Viatris Germany GmbH
Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

© EAU

Ergänzung EAU-Leitlinie 2026

Neue Empfehlung zu HWI und Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Impfstoffeffektivität gegen Post COVID-Beschwerden

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [14]

Jährliche COVID-19-Impfung

Empfohlen für ein breites Risikokollektiv

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioNTech Europe GmbH, Mainz
Abb. 1: Vorteile von Vamorolon

© Santhera Pharmaceuticals (Deutschland) GmbH, modifiziert nach [3−5, 6]

Duchenne-Muskeldystrophie (DMD)

Neue Perspektiven für die Versorgung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Santhera Pharmaceuticals (Deutschland) GmbH, München
Abb. 1: Die kardiorenalmetabolische Organachse: ganzheitliche Versorgung durch interdisziplinäre Zusammenarbeit (Quelle: Michalopoulou E et al., J Clin Med 2025, 14:428)

© Springer Medizin Verlag

Biomarker gegen Diabetes-Folgen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Roche Diagnostics Deutschland GmbH, Mannheim
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Nahaufnahme eines jungen Paares, das sich küsst.

© Africa Studio / stock.adobe.com

Mögliche Glutenquelle

Wie riskant ist ein Zungenkuss bei Zöliakie?

Eine Hand hält ein

© Sergey Nivens / stock.adobe.com

Jetzt abonnieren

Unsere Newsletter in der Übersicht