Ärzte Zeitung online, 28.11.2013

Kommentar zur Pertussis

Alle geimpft?

Von Christine Starostzik

Die Eradikation des Keuchhustens scheint zwar nicht möglich, mit der Einführung der Schutzimpfung konnte die Zahl der Infektionen aber drastisch reduziert werden. Die Impfquote im Kindesalter liegt derzeit bei über 90 Prozent.

Doch obwohl Pertussis auch jenseits der Kindertage durchaus keine Seltenheit ist, sind nur 7 bis 28 Prozent der Erwachsenen adäquat geschützt. Wegen der untypischen Symptome in diesem Alter bleibt die Erkrankung häufig unerkannt oder es kommt zu Fehldiagnosen. All dies erhöht die Ansteckungsgefahr für Kontaktpersonen.

Um Säuglinge so früh wie möglich zu schützen, rät die STIKO, mit der Grundimmunisierung unmittelbar nach dem zweiten Lebensmonat zu beginnen. Zudem soll mit 5 bis 6 Jahren sowie zwischen 9 und 17 Jahren eine Auffrischung erfolgen.

In Anbetracht der epidemiologischen Situation in Deutschland empfehlen die Impfexperten bereits seit 2009, auch bei allen Erwachsenen den Pertussis-Impfschutz zu überprüfen, sobald eine Td-Impfung ansteht.

Liegt die letzte Immunisierung gegen Keuchhusten mehr als zehn Jahre zurück, soll einmalig eine Tdap-Kombinationsimpfung erfolgen. Personal im Gesundheitsbereich und in Gemeinschaftseinrichtungen soll generell gegen Pertussis geimpft werden. Auf geht's!

Lesen Sie dazu auch:
Späte Diagnose: Pertussis wird leicht übersehen

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »