Ärzte Zeitung, 01.08.2016

Malaria

Neuer Ansatz für Impfstoff

PARIS. Forscher um Salaheddine Mécheri vom Institut Pasteur in Paris haben einen genetisch abgeschwächten Lebendimpfstoff gegen Plasmodium, den Krankheitserreger der Malaria, entwickelt (JEM 2016, online 18. Juli).

Dafür wurde in Plasmodium-Stämmen das Gen, das das HRF-Protein (histamine releasing factor) kodiert, ausgeschaltet, heißt es in einer Mitteilung zur Forschungsarbeit. In Experimenten an Tiermodellen haben die Forscher nachgewiesen, dass die Abwesenheit von HRF einen starken Anstieg der Zytokin-IL-6-Produktion verursacht, die für die Anregung der Immunantwort verantwortlich ist.

Die mutierten Plasmodium-Stämme, die kein HRF mehr exprimierten lösten als Immunantwort sowohl eine Zellreaktion (CD4 und CD8-T-Zellen) als auch eine erhöhte Produktion von spezifischen Antikörpern aus, die die Parasiten-Antigene erkennen. Geimpfte Versuchstiere blieben über mehr als ein Jahr vor Plasmodium, auch vor sehr virulenten Stämmen, geschützt.

 Darüber hinaus gelte dieser Schutz für jede Phase des Entwicklungszyklus des Parasiten, heißt es in der Mitteilung.Diese HRF-Mutanten seien die ersten genetisch veränderten Parasiten, bei denen die Mutation direkt die Immunantwort des Wirts steuere.

 Diese Genmodifizierung oder eine ähnliche Strategie könnten zur Herstellung von wirksamen und nachhaltigen Lebendimpfstoffen gegen Malaria führen.Die Entwicklung eines Malaria-Impfstoffes ist aufgrund der komplexen Biologie des Plasmodium-Parasiten und seiner verschiedenen Strategien zur Verhinderung der Wirt-Immunantwort ja sehr schwierig. Bei Patienten mit Malaria werde keine Immunantwort ausgelöst, da durch die Infektion das immunologische Gedächtnis ausgeschaltet wird, so die Mitteilung. (eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Ärzte können künftig Medizinalhanf verordnen

Nach jahrelanger Debatte regelt das Parlament heute den Umgang mit Cannabis als Medizin völlig neu. Krankenkassen müssen künftig die Kosten im Regelfall erstatten. mehr »

Kein Schmerzensgeld für die künstliche Ernährung des Vaters

Das Münchener Landgericht hat die Klage gegen einen Hausarzt, der einen Patienten vermeintlich unnötig lange künstlich ernähren ließ, abgewiesen. Gleichwohl attestierte es einen Behandlungsfehler. mehr »

Droht Briten eine zweite Creutzfeldt-Jakob-Welle?

In Großbritannien ist ein Mann an einer ungewöhnlichen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Dies nährt Befürchtungen, wonach mehr als 20 Jahre nach der BSE-Krise eine zweite Erkrankungswelle ansteht. mehr »