Ärzte Zeitung, 06.10.2004

Wer Patienten betreut, braucht Grippe-Schutz

Appell von Robert-Koch- und Paul-Ehrlich-Institut / 53 Prozent weniger Erkrankungstage bei Geimpften

LANGEN/BERLIN (eis). Das Robert-Koch-Institut (RKI) und das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) appellieren jetzt speziell an Ärzte, Pfleger und andere Menschen in medizinischen Berufen, sich gegen Influenza impfen zu lassen.

Pflegekräfte können für Patienten ein Ansteckungsrisiko sein. Foto: Klaro

"Gerade medizinisches Personal gehört zu den Berufsgruppen, die trotz Grippe und Erkältung weiter pflichtbewußt zur Arbeit erscheinen", so die Institute (Epidem Bull 40, 2004, 344). Leider werden dadurch aber Patienten gefährdet, weil Erreger weitergegeben werden können.

Wer sich gegen Grippe impfen läßt, schützt somit auch die anvertrauten Patienten. So ist in einer britischen Studie belegt worden, daß die Influenza-Impfung von medizinischem Personal der entscheidende Faktor war, um die Zahl der Sterbefälle in Altenheimen zu senken, so RKI und PEI.

Die Institute weisen darauf hin, daß sich viele Menschen nicht bewußt sind, daß sie infektiös sind. So hat eine Studie während einer Grippewelle in Glasgow ergeben, daß bei bis zu 59 Prozent von befragten medizinisch Tätigen serologisch eine Influenza nachgewiesen wurde, obwohl diese selbst keine Symptome bemerkten. Die Impfung zahlt sich klar aus. In einer Studie war im Winter die Zahl der Erkrankungstage mit fiebrigen Atemwegsinfekten bei Geimpften um 53 Prozent geringer als bei Ungeimpften, so die Institute.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar:
Bei Grippe gehen die Impfraten nach oben

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Pneumonien unter Benzodiazepinen

Benzodiazepine sind bei Patienten, die an Morbus Alzheimer leiden, mit einer Häufung von Lungenentzündungen assoziiert. Für Z-Substanzen gilt das womöglich nicht. mehr »

Schelte für die SPD und die Bürgerversicherung

Bei der Eröffnung des 120. Deutschen Ärztetags nahm BÄK-Präsident Montgomery die Gerechtigkeitskampagne der SPD ins Visier. Lob gab es hingegen für Gesundheitsminister Gröhe. mehr »

Psychotherapie bei Borderline nur mäßig erfolgreich

Spezifische Psychotherapien sind bei Borderline-Patienten unterm Strich zwar wirksamer als unspezifische Behandlungen: Allerdings fällt die Bilanz in kontrollierten Studien eher mager aus. mehr »