Ärzte Zeitung, 31.01.2005

Bei Impfungen hören Patienten besonders auf den Rat ihrer Ärzte

Direkte Ansprache ist sehr wichtig für den Grippeschutz / Patienten-Umfrage 

NEU-ISENBURG (eis). "Mein Arzt hat mir die Grippe-Impfung empfohlen". Nach den Ergebnissen einer aktuellen Umfrage ist das einer der häufigsten Gründe, warum sich in Deutschland Menschen für den Grippeschutz entscheiden. Experten appellieren daher an Ärzte, künftig noch öfter auf die Impfung hinzuweisen.

Professor Peter Wutzler aus Jena impft eine 87jährige Frau gegen Influenza. Wutzler: "Auch jetzt ist die Grippe-Impfung noch sinnvoll." Foto: dpa

In der repräsentativen Telefonbefragung waren 4011 Menschen in Deutschland im Alter über 14 Jahre zum Grippe-Impfstatus und über ihre Gründe für oder gegen eine Impfung befragt worden.

Etwa jeder vierte davon hatte sich zum Winter 2003/2004 impfen lassen, wie Forscher um Professor Thomas Sucz vom Institut für Soziale und Präventive Medizin der Universität Zürich und der Virologe Professor Peter Wutzler berichten (Med Klin 100, 2005, 6).

Allerdings seien die Impfraten gerade in Risikogruppen unbefriedigend: So hatten sich nur etwa 45 Prozent der über 60jährigen, 40 Prozent der chronisch Kranken und 18 Prozent der Menschen mit medizinischen Berufen schützen lassen.

Als Gründe für die Impfung wurden dabei genannt: man wolle eine schwere Krankheit vermeiden (90 Prozent), der Hausarzt oder eine Helferin habe die Impfung empfohlen (71 Prozent), man wolle außer sich selbst die Familie vor Infekten schützen (70 Prozent). Ungeimpfte nannten als Gründe für ihre Entscheidung gegen die Grippe-Impfung: einfach vergessen (48 Prozent), ich kriege keine Grippe (44 Prozent), mein Arzt hat sie nicht empfohlen (37 Prozent).

Entscheidend für bessere Impfraten sind Hausärzte, so die Forscher, die ihre Patienten über Grippe-Risiken informieren und ihnen die Impfung anbieten.

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