Ärzte Zeitung, 29.08.2007

KOMMENTAR

Gute Nachrichten für den Grippeschutz

Von Wolfgang Geissel

"Impfen halbiert im Winter die Sterberate" hatten wir vor sechs Jahren über die ersten Ergebnisse der Stockholm-Studie zur Schutzwirkung der Influenza-Vakzine gemeldet. Diesen Schluss hatten Forscher des Karolinska-Instituts damals aus den Einjahresdaten ihrer Untersuchung gezogen. Eine genaue Analyse der Gesamt-Ergebnisse über drei Jahre hat eine solch starke Wirksamkeit zwar nicht bestätigt.

Trotzdem bleibt unterm Strich ein eindrucksvoller Beleg für den Schutz durch die Impfstoffe. So müssen bei einer mittelstarken Grippewelle 158 alte Menschen geimpft werden, um einen Todesfall zu verhindern, bei schwacher Grippe-aktivität sind es etwa fünf Mal so viele. In nahezu jeder Praxis lassen sich also jedes Jahr mit der Impfung Menschenleben retten. Es lohnt sich daher, alle Patienten mit erhöhten Grippe-Risiken zwischen September und November fleißig zu impfen.

Die Voraussetzungen für die Impfung sind dieses Jahr gut. Es gibt bereits ausreichend Impfstoff und kein Hersteller hat bisher - wie in vergangenen Jahren - Engpässe angekündigt. Wer jetzt im Spätsommer impft, vermeidet auch, stark erkältete Patienten im November wegen Impf-Kontraindikationen wieder wegschicken zu müssen. Wichtig ist auch, allen alten Menschen und chronisch Kranken zusätzlich die Impfung gegen Pneumokokken-Infektionen nahezulegen. Der Schutz gegen Pneumonie wird durch die zweite Impfung weiter erhöht, und hier gibt es noch besonders viel Nachholbedarf.

Lesen Sie dazu auch:
Grippe-Impfung rettet Menschenleben

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