Ärzte Zeitung, 28.09.2007

Impfraten gegen Grippe - da ist Deutschland führend in Europa

Dreijährige repräsentative Bevölkerungsbefragung in fünf Ländern

ZÜRICH (hub). Bei Grippe-Impfungen steht Deutschland im innereuropäischen Vergleich auf Platz eins. Die Impfrate der Gesamtbevölkerung lag in der Saison 2004/2005 bei 27 Prozent. Schlusslicht ist Italien mit 21 Prozent.

Insgesamt geht in allen fünf Ländern, in denen Daten erhoben wurden (Großbritannien, Italien, Frankreich, Spanien, Deutschland), die Impfrate langsam aber stetig nach oben. Auch hier liegt Deutschland mit den größten Steigerungsraten vorn: So waren 2002/2003 22 Prozent der über 14-jährigen Einwohner Grippe-geimpft, eine Saison später 25 Prozent und 2004/2005 schon 27 Prozent.

Häufigster Grund zur Grippe-Impfung in Europa war das Alter. So waren 2004/2005 im Mittel 64 Prozent der über 65-Jährigen geimpft, gefolgt von den chronisch Kranken mit 53 Prozent. Hier wird eine chronische Erkrankung wie Lungen-, Herz-Kreislauf- oder Lebererkrankungen allein weniger als Grund zur Impfung gesehen als die Kombination aus Alter und chronischer Erkrankung: Unter 65-jährige Chroniker waren nur zu 38 Prozent geimpft, ältere hingegen zu 76 Prozent (Infection online). Auch in Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission STIKO bekanntlich die Grippe-Impfung für alle über 60-Jährigen sowie alle chronisch Kranken - und zwar altersunabhängig.

Eine weitere wichtige Impfgruppe sind Angehörige medizinischer Berufe. Ihre Impfung dient indirekt auch dem Schutz der Patienten. Die Impfrate bei uns lag in der vergangenen Saison bei nur 22 Prozent. Hier sieht es in allen fünf Ländern ähnlich schlecht aus: 2004/2005 waren im Mittel nur 24 Prozent in dieser Gruppe geimpft.

Über 28 000 Personen wurden für die repräsentative Erhebung in den drei Jahren telefonisch befragt. Gefragt wurde dabei auch nach der Impfbereitschaft in der kommenden Saison. Diese war immer größer als die tatsächliche Impfrate.

Bei www.pei.de und www.rki.de gibt es mehr Infos zu Impfungen

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