Grippeimpfstoffe

Influenza-Experten gegen Rabatt-Verträge

ERFURT (ner). Die Rabattverträge für Grippeimpfstoffe sind beim 4. Deutschen Influenza-Kongress kritisiert worden. Damit werde verhindert, dass der für einen Patienten geeignete Impfstoff zum Einsatz komme.

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In Deutschland werde so getan, als ob alle Influenza-Impfstoffe in allen Bevölkerungsgruppen gleich effektiv seien, hieß es bei der Veranstaltung der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten (DVV).

"Kein derzeit verfügbarer Influenzawirkstoff weist identische Nutzen-Risiko-Verhältnisse in allen Alters- oder Risikogruppen auf", sagte DVV-Präsident Professor Peter Wutzler aus Jena. Immunogenität, Wirksamkeit und Nebenwirkungsprofile unterschieden sich.

Personalisierte Medizin gefordert

Der Potsdamer Internist Professor Thomas Weinke forderte eine personalisierte Medizin bei der Impfpraxis. So reagiere das Immunsystem alter Menschen auf neue Erreger weniger stark.

Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und fünf Jahren brauchten andere Impfstoffe als junge Erwachsene oder Senioren.

Das lasse sich bereits heute mit der Palette an nichtadjuvantierten und adjuvantierten Totimpfstoffen sowie dem neuen nasalen Lebendimpfstoff für Kinder und Jugendliche prinzipiell berücksichtigen, betonten mehrere Redner.

Von der Ständigen Impfkommission (STIKO) wird gefordert, den wissenschaftlichen Daten mit differenzierten Impfempfehlungen gerecht zu werden.

Auch müsse die in Bundesländern übliche Ausschreibungspraxis mit Rabattverträgen zwischen Impfstoffherstellern und Kassen verändert werden, da sie eine differenzierte Grippeprophylaxe verhindere.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Grippeschutz nur noch konventionell?

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