Ärzte Zeitung, 07.02.2013

Influenza

Deutschland ist stark vergrippt

Die Grippewelle breitet sich in Deutschland weiter aus. Im Norden und Osten sind die Influenzaviren besonders aktiv.

influenza-AH.jpg

Der Osten ist besonders im roten Bereich.

© RKI

BERLIN. Bundesweit ist die Influenza-Aktivität fast überall stark erhöht, mit Ausnahme von Baden-Württemberg und Bayern.

Dort wird die Aktivität noch mit "deutlich erhöht" bezeichnet. In der letzten Januarwoche (KW 5) ist dabei in den Praxen die Zahl der Patienten mit akuten Atemwegserkrankungen auf ein hohes Niveau gestiegen.

Im vergangenen Jahrzehnt hatte es nur noch in drei Wintern (04/05, 06/07, 08/09) ein ähnliches Ausmaß an Atemwegserkrankungen gegeben, berichtet die AG Influenza am Robert Koch-Institut.

Für die KW 5 wurden bislang 2.667 klinisch-labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das RKI übermittelt.

A(H1N1)pdm09Viren dominieren

Im Nationalen Referenzzentrum für Influenza (NRZ) waren in der letzten Januarwoche bei 277 eingesandten Sentinelproben 186 positiv für Influenza.

Das heißt, bei etwa zwei Dritteln der Patienten mit Grippe-Symptomen liegt zurzeit auch Influenza vor. In 18 der Proben wurden zudem Respiratorische Synzytial-Viren isoliert.

Seit Beginn der Grippesaison (40. KW 2012) dominieren A(H1N1)pdm09Viren. Dieser Subtyp hatte einen Anteil von 46 Prozent an den isolierten Viren der Stichproben, gefolgt von Influenza A(H3N2)-Viren (38 Prozent) und Influenza B-Viren (16 Prozent).

Die zirkulierenden Viren würden gut mit dem aktuellen Impfstoff abgedeckt, so die AG Influenza. Auch wurden Resistenzen gegen die Neuraminidase-Hemmer Oseltamivir oder Zanamivir nicht gefunden . (eis)

Weitere Informationen gibt es unter influenza.rki.de.

[08.02.2013, 09:11:09]
Wilfried Soddemann 
INfluenzasaison 2012/2013 begann wie immer bei Trinkwassertemperaturen unter 7°C - 2012 2 Wochen früher als sonst
Wissenschaftlich unbestreitbar wird das H1N1 Schweinegrippevirus auch über Erbrochenes und Stuhl ausgeschieden. Damit ist der Übertragungsweg Abwasser – Gewässer – Leitungswasser grundsätzlich möglich. Infektionen durch Trinkwasser werden nicht allein durch das Trinken des Wassers übertragen. Weitere Übertragungswege sind das Einatmen von Aerosolen und der Kontakt mit dem Trinkwasser. Eintrittspforten beim Menschen sind die Augenbindehaut, die Nasenschleimhaut, die Mundschleimhaut und die Ohrtrommelfellmembran. Influenzaviren bleiben im kalten Wasser bei 7°C 12 Tage lang ansteckend. Das kalte Wasser wird erst am Wasserhahn mit dem Wasser aus der Warmwasserversorgung vermischt, so dass ansteckende Influenzaviren die Menschen so über das Trinkwasser erreichen können. Unsere Wasserwerke können Viren nicht abfiltern. Daher muss das Trinkwasser mit der Ultrafiltration, die die sehr kleinen Viren aus dem Wasser entfernen kann, für 50 Cent je Person und Monat gefiltert werden.

soddemann-aachen@t-online.de  zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Gefahr im Vekehr oder alles im grünen Bereich?

Patienten, die Cannabispräparate in Dauermedikation haben, dürfen am Straßenverkehr teilnehmen. Eine wissenschaftliche Debatte über ein erhöhtes Verkehrssicherheitsrisiko wurde noch nicht geführt. mehr »

Frau hat keinen Anspruch auf Schmerzensgeld

Hat eine Frau Anspruch auf Schmerzensgeld, wenn ein Arztfehler zu Impotenz des Mannes führt? Das OLG Hamm verneint – und gibt eine Begründung. mehr »

Tausende Pfleger ergreifen die Flucht

Großbritannien gehen die Pflegekräfte aus: Zu groß ist die Unzufriedenheit mit dem System. Sie zeigt sich zunehmend auch bei Patienten. mehr »