Ärzte Zeitung, 25.07.2014

Kommentar

Heim-Dilemma Influenza

Von Wolfgang Geissel

Der Ausbruch von Influenza in einem Pflegeheim ist für alle Beteiligten ein Albtraum. Die Bewohner haben aufgrund ihres Alters und ihrer Grunderkrankungen generell ein hohes Sterberisiko. Und Gegenmaßnahmen wie die Isolierung von Patienten sind aufgrund von mangelnden Ressourcen schwer durchzuführen.

Nach einer aktuellen Analyse des Robert Koch-Instituts dauert es in der Regel zu lange, bis gehäufte Atemwegsinfektionen als Influenza-Ausbruch erkannt und dann an ein Gesundheitsamt gemeldet werden.

Nur durch frühes Eingreifen ist aber ein erfolgreiches Ausbruchsmanagement mit einer Reduktion von Infektionen und Komplikationen möglich. In der RKI-Studie waren die Ämter erst informiert worden, wenn im Schnitt bereits 17 Bewohner erkrankt waren.

Auch um die Prävention der Erkrankungen ist es schlecht bestellt, wie die Analyse verdeutlicht. Die empfohlene Postexpositionsprophylaxe mit Neuraminidasehemmern wird überhaupt nicht genutzt.

Die Impfraten sind in Heimen in der Regel nicht dokumentiert. Einzelne Angaben hierzu deuten auf besonders niedrige Impfraten bei den Pflegekräften hin. Besonders hier sollten Heimleitungen und betreuende Ärzte zum Schutz der anvertrauten Menschen ansetzen.

Lesen Sie dazu auch:
Pflegeheime: Influenza-Prävention mangelhaft

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