Ärzte Zeitung, 27.02.2015

Überfüllte Kliniken

Grippewelle schwappt nach Norden

Jetzt ist auch der Norden Deutschlands dran: Die Grippe breitet sich weiter aus. Kliniken ächzen unter der Last vieler Patienten.

Grippewelle schwappt nach Norden

Schnupfen, Fieber und Co.: Fast ganz Detuschland ist vergrippt.

© drubig-photo / fotolia.com

BERLIN. Die Grippewelle in Deutschland hat sich vom Süden her nunmehr fast flächendeckend bis in den hohen Norden ausgebreitet (siehe Karte unten).

Allein in der Woche bis zum 21. Februar (8. KW) wurden bundesweit über 7000 neue Influenzafälle gemeldet und damit mehr als in der gesamten Grippesaison 2013/14 (6200).

Insgesamt kletterte diese Saison die Zahl der im Labor bestätigten Diagnosen seit Anfang Oktober (40. KW) auf bald 27.000, teilt die Arbeitsgemeinschaft Influenza (AGI) am Robert Koch-Institut mit.

Dieses Jahr wurden zudem 11 Prozent der Betroffenen stationär behandelt und zudem bereits 51 Todesfälle registriert.

"Stark erhöhte Influenza-Aktivität", meldet die AGI für alle Großregionen: Süden, Mitte (West), Norden (West) und Osten. Auch die Zahl der Arztbesuche ist deutlich gestiegen. In den besonders von Grippe betroffenen Regionen sind viele Kliniken bereits komplett dicht.

"Die Lage ist regional unterschiedlich, aber teilweise stehen die Krankenhäuser sehr unter Druck", sagte Holger Mages von der Deutschen Krankenhausgesellschaft der Nachrichtenagentur "dpa".

Grundsätzlich versuchten die Kliniken, zusätzliche Kapazitäten vorzuhalten. Doch die Lage in den Notaufnahmen werde dadurch verschärft, dass viele Patienten statt zum Hausarzt direkt in die Krankenhausambulanz gingen.

Überfüllte Kliniken in Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen

"Die Notaufnahmen in Bayern sind alle komplett voll", sagte der Sprecher der Landeskrankenhausgesellschaft, Eduard Fuchshuber: "So extrem wie dieses Jahr hab ich es noch nicht miterlebt."

Ähnlich überfüllt ist die Situation in vielen Kliniken Baden-Württembergs, so die dortige Krankenhausgesellschaft. Auch aus Niedersachsen melden viele Krankenhäuser Land unter.

"Es ist ein flächendeckendes Problem, aber besonders stark betroffen sind die Ballungsräume", sagt Helge Engelke von der Landeskrankenhausgesellschaft in Hannover.

So mussten in Braunschweig zwischenzeitlich Patientenbetten auf dem Flur stehen. Eng wird es auch dadurch, dass diagnostizierte Grippepatienten wegen der Ansteckungsgefahr einzeln untergebracht werden müssen.

In einzelnen hessischen Kliniken hat sich die Lage dagegen wieder etwas entspannt, auch wenn es nach wie vor viele aktuelle Krankheitsfälle gibt.

Von einer Trendwende könne noch nicht gesprochen werden, meinte Brigitte Wagner, Geschäftsführerin des Klinikverbunds Hessen. "Wir sind wieder aufnahmebereit", sagte eine Sprecherin des Sana Klinikums Offenbach.

Ende vergangener Woche seien wegen Überfüllung keine Aufnahmen in die internistische Abteilung möglich gewesen.

Im bevölkerungsreichsten Bundesland, Nordrhein-Westfalen, sah die Lage bis vor kurzem noch entspannt aus. (dpa/eis)

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