Ärzte Zeitung, 08.04.2008

Bei Pneumonie reichen fünf Tage Therapie mit Antibiotika häufig aus

Klinikeinweisung nach CRB-65-Skala rettet Leben / Update der Leitlinien

WIESBADEN (eis). Zur Therapie bei leichter ambulant erworbener Pneumonie (community acquired pneumonia, CAP) reichen weiter Aminopenicilline als Mittel der Wahl aus. Die Antibiose kann sogar eher verkürzt werden, wie Pneumologen beim Internisten-Kongress berichtet haben.

Pneumonie-Patienten mit 0 Punkten in der CRB-65-Skala können ambulant behandelt werden, ab einem Punkt ist eine Klinikeinweisung zu erwägen.

Geplante Änderungen der noch bis Ende 2008 gültigen S3-Leitlinie zu ambulant erworbener Pneumonie hat Professor Gert Höffken aus Dresden vorgestellt. Danach werden künftig weiter Aminopenicilline wie Amoxicillin oder Sultamicillin vorrangig bei CAP empfohlen. Resistente Keime seien bei CAP selten, mit Ausnahme von Makrolid-resistenten Pneumokokken. Die Dauer der Antibiose könne bei leichtem Verlauf auf fünf bis sieben Tage - bisher werden sieben bis zehn Tage empfohlen - verkürzt werden. Für die Frage, ob ein Pneumonie-Kranker in eine Klinik eingewiesen werden sollte, wird künftig generell die CRB-65-Skala empfohlen. Anhand von Alter, Atemfrequenz, Blutdruck und Bewusstseinszustand lässt sich das Sterberisiko eines Pneumonie-Patienten binnen weniger Minuten abschätzen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »