Ärzte Zeitung online, 23.07.2014

Coronavirus

MERS kann fliegen

Das MERS-Virus kann tatsächlich über die Luft übertragen werden, haben Forscher herausgefunden.

DSCHIDDA. Das neue MERS-Coronavirus ist offenbar tatsächlich in der Lage, sich aerogen zu verbreiten. Darauf deutet eine neue Untersuchung von Forschern aus Saudi-Arabien. Sie konnten Genfragmente des "Middle East Respiratory Syndrome Coronavirus" (MERS-CoV) in Luftproben aus einer Kamelscheune nachweisen.

Die Fragmente waren zudem identisch mit Proben, die sie bei einigen Tieren entnommen hatten, sowie von dem Besitzer der Tiere, der an einer MERS-CoV-Infektion erkrankt war (mBio 2014; 5(4): e01450-14).

Derweil haben die Behörden in Saudi-Arabien beschlossen, bei der diesjährigen großen Pilgerfahrt, der Hadsch, auf die rituelle Schlachtung von Kamelen zu verzichten. (nös)

[24.07.2014, 14:07:59]
Dr. Horst Grünwoldt 
Virus-Ausbreitung
Die Erkenntnis der saudi-arabischen Forscher, daß in der staubigen Luft eines Kamel-Stalles mit Mers-(Corona-)Virus infizierten Tieren und deren (eingetrockneten) Ausscheidungen der Erreger nachweisbar sein kann, überrascht nicht. Schließlich lassen sich fast immer an Staubpartikeln gebunden auch potentiell infektiöse Agenzien nachweisen.
Aus diesem Grunde darf ja in Arztpraxen und Krankenhäusern nach allgemeinen Hygiene-Grundsätzen nicht gefegt, sondern nur feucht gewischt werden.
Allerdings sorgt die Aufwirbelung von Staub im Freien stets zu einer erheblichen Verdünnung bis auf nichtinfektiöse Dosen.
Insofern ist die Aussage " Das MERS-Virus ist in der Lage, sich aerogen zu verbreiten" nur von hypothetischer Natur!
Dr. med. vet. Horst Grünwoldt, Rostock zum Beitrag »

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