Ärzte Zeitung, 06.06.2007

Salmonellen durch schlechte Hygiene in Kliniken?

Verunreinigter Jogurt als Auslöser in Dortmund / Hinweise auf Kontamination durch infizierte Mitarbeiter in Fulda

DORTMUND/FULDA (dpa/mut). Ein Fruchtjogurt hat offenbar den jüngsten Salmonellenausbruch in einer Dortmunder Klinik ausgelöst. Ähnlich wie bei dem Ausbruch in Fulda rätseln Experten jedoch, weshalb sich damit so viele Menschen infizieren konnten - dies wirft kein gutes Licht auf die Hygieneverhältnisse in einigen deutschen Kliniken.

Kaum war die Infektionswelle im Klinikum Fulda mit 270 Erkrankten abgeebbt, machten Salmonellen in einer Dortmunder Klinik Patienten und Mitarbeitern zu schaffen. Inzwischen ist dort die Zahl der erkrankten Personen auf 67 gestiegen, doch offenbar hat man die Infektionsquelle etwas schneller gefunden als in Fulda: Ein mit Erregern kontaminierter Fruchtjogurt gilt als Hauptursache für die Erkrankungen. Dies habe die Untersuchung einer Lebensmittelprobe ergeben, teilte die Klinik mit.

Der Jogurt war vor eineinhalb Wochen ausgegeben worden. Noch unklar ist, wie die Salmonellen in den Jogurt gekommen sind. Hygienemängel oder salmonelleninfizierte Mitarbeiter könnten die Ursache für die Kontamination sein. Davon ist mittlerweile auch in Fulda auszugehen.

Dort wird außer verschiedenen Nachspeisen inzwischen auch eine Salatsauce als Auslöser des Ausbruchs verdächtigt. Sie wurde am 11. Mai hergestellt und war eindeutig mit den Keimen belastet. Allerdings gab es die ersten Erkrankungen bereits bei Klinik-Mitarbeitern Ende April, offenbar durch ein am 25. April hergestelltes Apfelmus-Sahne-Dessert. Die Patienten des Klinikums hatten von dem Dessert aber nichts bekommen. Sie infizierten sich nach jetzigem Stand über die Salatsauce und weitere Nachspeisen, etwa eine Diabeteskost.

Auszugehen sei davon, dass "die Verunreinigung der Lebensmittel im Bereich der Küche erfolgte", so das Klinikum. Gemeint ist damit wohl, dass infizierte Mitarbeiter das Essen unbeabsichtigt verunreinigten. Dies, so Professor Klaus Stark vom Robert-Koch-Institut zur "Ärzte Zeitung" sei nur unter Verletzung von Hygienevorschriften möglich, etwa, wenn Mitarbeiter nach der Toilette nicht die Hände waschen.

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