Ärzte Zeitung, 06.06.2007

KOMMENTAR

Schlamperei bei der Hygiene ?

Von Thomas Müller

Salmonellen in Kliniken und Kitas - das wird es immer geben. Oft sind nicht die betroffenen Einrichtungen schuld daran, wenn dort Menschen erkranken, sondern Lieferanten, die kontaminierte Ware in die Häuser bringen. Doch nach ein paar Tagen sind die meisten Betroffenen wieder gesund und das Problem hat sich erledigt.

Wenn aber, wie vor kurzem in Fulda, ein einmal eingeschleppter Keim sich über mehrere Wochen in der Klinik hält und immer wieder neu Menschen infiziert, dann liegt der Verdacht nahe, dass in dem Klinikum selbst etwas furchtbar schief läuft. Denn wie lässt es sich wohl erklären, dass sich zunächst nur Mitarbeiter über ein Dessert infizieren, und anschließend wochenlang Patienten erkranken, die nie davon gegessen haben? Wie kommt es, dass Salmonellen plötzlich in allen möglichen Speisen nachgewiesen werden, und der Spuk erst vorbei ist, nachdem man die Küche schließt? Dies lässt eigentlich nur eine Schlussfolgerung zu: Es wurde bei der Hygiene gehörig geschlampt.

Inzwischen weiß man: Mindestens 15 der 85 Küchenmitarbeiter waren mit Salmonellen infiziert. Eine Übertragung von Menschen auf Lebensmittel ist aber nur durch Fäkalienspuren möglich. Das ist keine appetitliche Erklärung für die Erkrankungen in Fulda, aber die einzig plausible. Schließlich wird niemand glauben, dass die Keime plötzlich neue Übertragungswege entdeckt haben.

Lesen Sie dazu auch:
Salmonellen durch schlechte Hygiene in Kliniken?

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Metastasen

Immer mehr Männer mit Prostatakrebs in den USA haben schon bei der Diagnose Metastasen. Ihr Anteil hat sich fast verdoppelt. Auch die Inzidenz solcher Tumoren nimmt zu. mehr »

Deutsches Defizit

Diabetes-Prävention, Strategien gegen Polypharmazie, digitale Versorgungsangebote: Neue Initiativen gibt es zuhauf. Doch Patienten müssen davon wissen. Genauo daran hapert es aber. mehr »

"Einfache Ersttherapie ist für fast alle Patienten möglich"

Die antiretrovirale Therapie ist bei neu diagnostizierter HIV-Infektion stets angezeigt, und zwar unabhängig vom Stadium der Infektion oder der Helferzellzahl. mehr »