Ärzte Zeitung, 22.07.2009

Saccharomyces-Präparate und Tanninalbuminat beugen Durchfall vor

Durchfall-Prophylaxe und Therapie sind wichtige Themen der reisemedizinischen Beratung.

Durchfall wird am besten vorgebeugt, wenn man von ungewohnter Kost zunächst nur wenig isst, und nur erkennbar hygienisch einwandfreie Lebensmittel zu sich nimmt. Wer bereits an Durchfall erkrankt ist, sollte sich körperlich schonen und viel trinken. Außerdem sollte der Betreffende zunächst Nahrungskarenz einhalten und später zu einer leicht verdaulichen Kost übergehen, empfiehlt Dr. Ulrich Klinsing vom Vorstand des Fachverbands Reisemedizin.

Der Experte empfiehlt, leicht gesüßte Kräutertees, Salzstangen und Elektrolyt-Zuckerlösungen. Zur symptomatischen Therapie sind auch Saccharomyces-Mittel geeignet. Loperamid, das die Durchfall-Symptome lindert, sollte nach Ansicht von Klinsing nur sehr vorsichtig verwendet werden, etwa bei sehr heftigem Durchfall (flüssige Stühle über mehrere Tage) oder wenn sich eine Weiterreise nicht verschieben lässt.

Privatdozent Tomas Jelinek vom Centrum für Reise- und Tropenmedizin in Düsseldorf empfiehlt, Reisenden ein Tanninalbuminat-Präparat zur Therapie mitzugeben. Mit dem ersten ungeformten Stuhl sollten zwei Tabletten genommen werden, bei jedem folgenden ungeformten Stuhl eine weitere Tablette.

Bei schleimig-blutigen Stühlen sowie auch bei einem mehrtägigen Durchfall mit schweren Begleitsymptomen (Kreislauf, Schmerzen, Krämpfe) sollte allerdings ein Arzt konsultiert werden. Mit Hilfe von Saccharomyces-Präparaten oder Tanninalbuminat kann darüber hinaus auch Reisedurchfall vorgebeugt werden. (eis)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »