Ärzte Zeitung, 17.08.2011

Cholerawelle schwappt in die Dominikanische Republik

Cholerawelle schwappt in die Dominikanische Republik

In Haiti grassiert die Cholera. Die Dom. Rep. liegt auf derselben Insel; dort infizieren sich auch Touristen.

Von Privatdozent Tomas Jelinek

Seit Oktober vergangenen Jahres sind in Haiti weit über 400.000 Menschen an Cholera erkrankt (wir berichteten). Nun breitet sich die Durchfallerkrankung auch in der benachbarten Dominikanischen Republik immer weiter aus. Nach offiziellen Angaben sind dort bis Ende Juli 14.000 Menschen erkrankt, 92 starben.

Das ECDC (European Centre for Disease Prevention and Control) berichtete kürzlich über eine Deutsche und eine Engländerin, die sich während eines Hotel-Aufenthaltes in Punta Cana mit dem Choleraerreger infiziert hatten. Auch vier Touristen aus Chile, die ebenfalls Punta Cana besucht hatten, erkrankten.

Da die Dominikanische Republik ein sehr beliebtes Urlaubsziel ist - im Jahr 2010 besuchten fast eine Million europäische Touristen den karibischen Inselstaat - ist mit weiteren Import-Fällen der Cholera zu rechnen. Dennoch ist das Infektionsrisiko für Urlauber nicht sehr hoch.

Das Auswärtige Amt rät zu sorgfältiger Nahrungsmittel-, Trinkwasser- und Handhygiene

Allen Reisenden in die Dominikanische Republik rät das Auswärtige Amt zu sorgfältiger Nahrungsmittel-, Trinkwasser- und Handhygiene. Wasser sollte in original verschlossenen Flaschen gekauft oder chemisch aufbereitet werden. Dies gilt sowohl für das Trinkwasser als auch für Wasser, das zum Zähneputzen verwendet wird.

Urlauber sollten Obst schälen und Fisch, Seafood-Produkte sowie Fleisch nur gut durchgegart konsumieren. Außerdem ist es ratsam, auf Eiswürfel in Drinks, rohe Salate, offene Säfte oder Speiseeis zu verzichten. Einen zusätzlichen Schutz bietet eine Schluckimpfung gegen Cholera.

Diese ist zwar nicht für jeden Reisenden empfohlen, kann aber sinnvoll sein, wenn Urlauber an einer Immunschwäche oder chronischen Vorerkrankungen leiden oder unter einfachen hygienischen Bedingungen reisen.

Infos zur Reisemedizin: www.crm.de

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