Ärzte Zeitung, 21.05.2012

Rheuma-Mittel gegen Amöben

Ein Arzneimittel, das 30 Jahre alt ist, könnte eine neue Karriere machen: als Therapeutikum gegen Amöbenruhr.

"Rheuma-Mittel" auch bei Amöbenruhr wirksam

Entamoeba histolytica: Sensitiv gegen Auranofin.

© CDC

SAN FRANCISCO (eis). Im Tierversuch hat sich Auranofin als zehnmal so wirksam gegen Entamoeba histolytica erwiesen wie die Standardtherapie mit Metronidazol, berichten US-Forscher um Dr. Anjan Debnath von der Universität in San Francisco (Nature Medicine 2012; online 20. Mai).

Jetzt seien klinische Tests mit der Substanz nötig, um die Ergebnisse beim Menschen zu bestätigen.

Amöbenruhr ist mit schwerer Diarrhö einschließlich blutigem Stuhlgang verbunden. Nach Schätzungen sterben weltweit jährlich etwa 70.000 Menschen daran, die meisten davon in Entwicklungsländern.

Die US-Forscher haben 910 Arzneien, deren Verträglichkeit bei Menschen bereits belegt worden ist, auf mögliche Wirksamkeit gegen Amöbenruhr untersucht.

Die organische Goldverbindung Auranofin, die zur Basistherapie bei chronischer Polyarthritis verwendet wird, hat sich dabei - verglichen mit dem Therapiestandard - im Tiermodel von E.-histolytica-Infektionen als deutlich wirksamer erwiesen.

Die mögliche neue Option könnte besonders für Patienten wertvoll werden, bei denen Metronidazol versagt, so die Forscher.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »